Allgemeines

Was Corona-Leugner und Corona-Hysteriker gemeinsam haben

In meinem letzten Beitrag habe ich für ein Grundvertrauen in die Bundesregierung geworben. Ich habe meine Ansicht nicht geändert. Ich halte COVID-19 für eine ernsthafte Gefahr und kann die drastischen Einschnitte nachvollziehen. Manche Äußerung sogenannter Corona-Leugner empfinde ich als sehr schwierig. Man muss aber eingestehen, dass es Populisten auf beiden Seiten gibt. Neben den Corona-Leugnern gibt es auch Corona-Hysteriker. Und beide Gruppen sind sich sogar relativ ähnlich.

Eine Definition zweier Gruppen

Corona-Kritiker verbindet, dass sie die Maßnahmen der Bundesregierung als völlig überzogen ansehen. Die Fakten sind aus ihrer Sicht so offensichtlich, dass das eigentlich jeder sehen müsste. Personen, die die Maßnahmen der Bundesregierung unterstützen, gelten als verblendet.

Corona-Hysteriker verbindet, dass sie kritische Einwände gegen die Maßnahmen der Bundesregierung als völlig unangebracht ansehen. Die Fakten sind aus ihrer Sicht so offensichtlich, dass das eigentlich jeder erkennen müsste. Personen, die die Maßnahmen der Bundesregierung in Frage stellen, gelten als verblendet.

Meine Wünsche an beide Seiten

Bei Corona-Kritikern erlebe ich, dass sie ihre Position häufig recht aggressiv in den Vordergrund stellen. Da sie in den Medien eher unterrepräsentiert sind, wollen sie sich so Gehör verschaffen. Ich habe mich aber schon manches Mal gefragt, was wohl passieren würde, wenn sie die Botschaft des Evangeliums so eifrig verbreiten würden. Ein anderer Punkt: Auch wenn man die Maßnahmen der Bundesregierung als überzogen einstuft, sollte man nicht gleich die Motive aller Politiker in Frage stellen.

Bei Corona-Hysterikern erlebe ich, dass man teilweise recht schnell dabei ist, die Meinungsfreiheit einzuschränken. Ja, es liegt eine Gefahr darin, dass eine Stimmung erzeugt wird, die eine verfrühte Aufhebung notwendiger Maßnahmen fordert. Aber es liegt auch eine Gefahr darin, nicht notwendige Maßnahmen unnötig lange aufrecht zu erhalten. Freie Meinungsäußerung muss in jedem Fall möglich sein. Wenn extreme Corona-Kritiker hinter allem eine große Verschwörung wittert, wirkt das aus meiner Sicht unglaubwürdig und, gelinde gesagt, wenig hilfreich (siehe meinen letzten Beitrag), aber auch Meinungen, die der meinen widersprechen, muss ich ertragen können.

2 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Jakob sagt:

    Vielen Dank, Jens. Du hast Recht, im persönlichen Gespräch würde ich solche Begriffe auch nicht verwenden, denn sie helfen nicht dabei, dass der andere sich ernst genommen fühlt. Dass der Begriff Corona-Leugner (wie z. B. auch “Klima-Leugner”) schwer zu definieren ist, kommt noch dazu – denn das Phänomen Corona (oder “Klima”) wird ja in der Regel nicht geleugnet, nur in seiner Bedeutung relativiert. Mir ging es hier grundsätzlich darum, zwei Extreme zu beschreiben. Es gibt viel Raum dazwischen. 🙂

  2. Jens B sagt:

    Hallo Jakob,

    Ein guter und hilfreicher Artikel!
    Trotzdem finde ich es wichtig auf Wortwahl hinzuweisen, weil Worte Macht haben.
    Hellhörig werde ich bei dem Wort “Corona-Leugner”. Das ist nicht angemessen, weil es an den Holocaust Leugner abklingt. Das halte ich für sehr bedenklich. Egal wie schlimm der Virus sein mag, so ist eine andere Ansicht dazu zu vertreten nicht annähernd zu vergleichen mit der Leugnung der Shoah.
    Glücklicherweise nutzt du dann auch nur noch den Begriff “Corona Kritiker”, was schon unproblematischer ist.
    Aber auch da brauchen wir Differenzierung: wird der Wissensstand/Kommunikation zum Virus kritisiert, oder die Maßnahmen? Das halte ich für einen wichtigen Unterschied und sollte nicht über einen Kamm geschoren werden.
    Vielleicht gilt ähnliches auch für den Hysteriker.

    Nichtsdestotrotz: Mach weiter mit deinen guten Artikeln!

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