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Narrative Texte predigen

Wenn ich predige, dann am liebsten über narrative Texte (Erzähltexte). Sie bringen ihre eigene Dynamik mit sich, enthalten nicht selten Überraschungsmomente, spannende Ausgänge und konkrete Herausforderungen für uns heute. (Auch) deshalb liebe ich die Evangelien. David L. Turner trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt:

Insgesamt ist es angemessen zu sagen, dass narrative Texte ihre Botschaften weniger direkt und explizit vermitteln, als es die Briefe des Neuen Testaments tun. Man sollte allerdings nicht schlussfolgern, das narrative Texte bloß deskriptiv (beschreibend) und nicht präskriptiv (vorschreibend) sind, was impliziert, dass man sie allein für historische Information nutzen sollte und nicht für ethische Transformation. NT Texte verwenden AT Erzählungen üblicherweise als Grundlage für Lehre und Praxis, und wir sollten das genauso tun.

David L. Turner, meine Übersetzung

Auch bei narrativen Texten sollten wir über konkrete Anwendungen nachdenken. Dass das nicht immer so einfach ist, beschreibt Turner wenige Seiten später.

Niemand würde tatsächlich auf Grundlage von 2.Könige 2,23-24 predigen, dass es dazu führt von Bären gefressen wird, wenn man sich über glatzköpfige Menschen lustig macht, oder? Einige Predigten sind allerdings nicht weit entfernt von dieser Art Anwendung.

David L. Turner, meine Übersetzung

Interpreting the Gospels ans Acts ist eine gründliche Auseinandersetzung mit der Auslegung der Evangelien und der Apostelgeschichte. Gewisse exegetische Grundkenntnisse sollte man mitbringen, aber dann empfehle ich das Buch ganz herzlich für jeden, der noch besser lernen möchte, narrative Texte auszulegen und zu predigen.

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