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Meine drei meistverwendeten Studienbibeln

Letzte Woche habe ich drei deutsche Studienbibeln vorgestellt. Nun folgen drei englische, die ich wesentlich häufiger verwende.

Alle drei sind von ihrem Hintergrund her konservativ-evangelikal und reformiert. Aber gleichgültig, ob man alle drei Etiketten für sich in Anspruch nimmt, man kann enorm davon profitieren. Alle wurden von mehreren Autoren geschrieben und die Anmerkungen sind sehr ausgewogen.

Ich verwende die Studienbibeln ausschließlich über Logos und dort nur die Anmerkungen und das Zusatzmaterial. Es geht mir dementsprechend nicht um die dahinterstehenden Bibelübersetzungen. Aber falls sich jemand für die Printausgabe interessiert: Die ESV gehört zu den formal äquivalenten Übersetzungen (wörtlich). Sie kann mit der revidierten Elberfelder verglichen werden. Die NIV folgt eher dem funktional äquivalenten Ansatz (dynamisch). Man kann sie mit der NGÜ oder der Neues Leben Übersetzung vergleichen.

ESV Study Bible (Amazon, Logos)

Die ESV Study Bible ist 2008 erschienen. 95 Theologen aus nahezu 20 verschiedenen Denominationen haben daran mitgeschrieben. Zum Komitee gehören bekannte Namen wie Wayne Grudem, J. I. Packer und Thomas Schreiner. Auch bei den Autoren werden Leser dieses Blogs vermutlich einige Namen wieder erkennen. Eine komplette Ansicht der Mitwirkenden gibt es hier.

Die Fußnoten zu den einzelnen Bibelbüchern wurden jeweils von Experten auf ihren Gebieten geschrieben. Unter anderem das macht die Studienbibel so attraktiv. Sie wurde nicht von einer Person geschrieben, die dann möglicherweise ungewöhnliche exegetische Positionen vertritt. Überhaupt sind die Anmerkungen sehr gründlich und ausgewogen.

Schon allein wegen der Anmerkungen ist die Studienbibel absolut empfehlenswert. Ein besonderes Merkmal sind allerdings auch die über 200 farbigen Landkarten, die über 40 Illustrationen und mehr die mehr als 200 Schaubilder. Wer sich die Bibel als Printausgabe zulegt, bekommt gleich einen kostenlosen Online-Zugang dazu, über den er das Material herunterladen kann. Wer sie über Logos nutzt, hat das Material ohnehin digital verfügbar. Schon oft habe ich das in eine Predigt-Präsentation eingebaut. Ich kenne nichts Vergleichbares wenn es z. B. um die Darstellung des herodianischen Tempels geht, um die Darstellung der Stiftshütte oder des Jerusalem zur Zeit von Jesus. Der einzige Wermutstropfen ist hier, dass die Beschriftungen natürlich in englischer Sprache vorliegen. Für die Predigt nicht ganz optimal, aber damit kann ich leben.

Einleitungen zu den biblischen Büchern sind selbstverständlich auch dabei und die sind in der Regel gründlicher und ansprechender dargestellt, als in den deutschen Studienbibeln, die ich letzte Woche vorgestellt habe. Am Ende der Studienbibel gibt es über 200 Seiten mit Artikeln und sonstigem Zusatzmaterial.

NIV Biblical Theology Study Bible (Amazon, Logos)

65 Mitarbeiter arbeiteten unter der Leitung von D. A. Carson daran, dies NIV Biblical Theology Study Bible herauszugeben (früherer Name: NIV Zondervan Study Bible). Eine Übersicht gibt es hier. Die Qualität der Fußnoten ist ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau. Die der Karten und Illustrationen erreichen nicht das Niveau der ESV Study Bible. Das muss allerdings auch nicht sein, denn ich weiß, wo ich hier schauen muss. Als besonderes Feature gibt es 28 Artikel zu Themen der Biblischen Theologie.

Wenn ich auf die Schnelle einen Überblick zu einem Kapitel aus der Bibel bekommen möchte, schaue ich in der Regel zuerst in diese beiden Studienbibeln. Gleiches, wenn ich mir unsicher bei der Auslegung eines Bibelverses bin. Beide Studienbibeln sind an sich schon sehr ausgewogen. Eine zweite Meinung einzuholen kann aber nie schaden.

ESV Gospel Transformation Study Bible (Amazon, Logos)

Die ESV Gospel Transformation Bible wurde von Bryan Chapell herausgegeben. Sie verfolgt einen komplett anderen Ansatz als die beiden erstgenannten. Auch hier wurden die Anmerkungen zu den biblischen Büchern von verschiedenen Experten geschrieben. Es sind aber nicht in erster Linie Theoretiker, sondern Menschen, die neben der akademischen Arbeit auch viel Erfahrung mit Bibelauslegung gesammelt haben (Greg Gilbert, Nancy Guthrie, R. Kent Hughes, Daniel M. Doriani und viele andere). Der Fokus liegt hier nicht auf der Exegese einzelner Bibelverse. Stattdessen wird zu jedem Abschnitt aufgezeigt, wie das Evangelium darin sichtbar wird. Ganz im Sinne von Bryan Chapell (siehe sein Buch Christuszentriert Predigen) bin ich davon überzeugt, dass das Evangelium in jede Predigt gehört. Wer sich gelegentlich damit schwertut, Anknüpfungspunkte zu finden, bekommt hier eine große Hilfe. Selbstverständlich ist das auch für die persönliche Bibellese hilfreich, wenn man trockene Abschnitte liest und nicht recht weiß, was man da herausholen kann.

Mein Fazit

Der englische Büchermarkt ist wesentlich größer als der deutsche, besonders wenn es um evangelikale Veröffentlichungen geht.

Sowohl die ESV Study Bible, als auch die NIV Biblical Theology sind hervorragende Studienbibeln. Für mich kommen sie sehr nah an das Optimum heran. Gerade, wenn man beide parallel aufschlägt, bekommt man einen hervorragenden ersten Einblick. Die ESV Gospel Transformation Study Bible ist eine gute Ergänzung, wenn es darum geht, vom Evangelium her zu denken.

Jedem, der mit der englischen Sprache gut zurechtkommt, wird von allen drei Studienbibeln sehr profitieren können.

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