Bücher

Auslese: Februar 2020

Schreiner: Matthew, Disciple and Scribe

Patrick Schreiner (Sohn von Thomas Schreiner) sieht den „Schriftgelehrten, der Jünger des Himmelreichs geworden ist“ (Mt 13,52) als Bild für Matthäus selbst. Auf überzeugende Weise zeigt Schreiner auf, wie Matthäus dementsprechend als Jünger Jesus’ und nun selbst als Lehrer „aus seinem Schatz Neues und Altes hervorbringt“. Er beschreibt wie Matthäus Jesus als König (David), Befreier (Mose), Segen für die Völker (Abraham) und als wahres Israel darstellt. Die ersten beiden Bilder sind inhaltlich stichhaltiger als die letzten beiden, alles ist aber bedenkenswert. Inhaltlich ähnelt das Buch Quarles’ A Theologe of Matthew, weist aber noch etwas mehr exegetischen Tiefgang auf. Schreiner geht einen bewussten Mittelweg zwischen einem einleitenden Buch und einem akademischen Werk. Ein tolles Buch eines jungen Theologen, das Lust auf mehr macht.

Künkler und andere: Frei erziehen – Halt geben

Ein sehr praktisches Erziehungsbuch mit vielen hilfreichen Impulsen. Das Buch geht bewusst mit einem positiven Ansatz an die Frage nach der Erziehung heran. Es will sich nicht so stark abgrenzen, sondern mehr ermutigen. Mehr als zehn Autoren haben daran mitgeschrieben. Besonders die Kapitel Bibellesen mit Kindern in der Familie und Sichere Kinder durch verlässliche Grenzen fand ich sehr hilfreich und ausgewogen. Aber auch aus anderen habe ich einiges mitnehmen können. Prinzipiell sollte man beachten, dass viele der Autoren eher am linken Rand der evangelikalen Welt beheimatet sind. Das merkt man z. B. an mancher Spitze gegen traditionell evangelikale Glaubensüberzeugungen oder an den gegen Ende hin vorgeschlagenen alternativen Gottesdienstformen. Es basiert auch wesentlich stärker auf soziologischen Studien als auf biblischen Texten. Nichts gegen Studien, aber ich hätte mir bei einem bewusst christlichen Erziehungsbuch mehr biblisches Fundament gewünscht. So geht es z. B. im Kapitel über „Rituale und Gebet“ fast ausschließlich um äußere Formen, die Halt geben sollen. Schade. Trotzdem kann man von vielem profitieren, wenn man sich des Hintergrunds bewusst ist.

Sinclair: Das Ende des Alterns – Die revolutionäre Medizin von morgen

David Sinclair ist Professor für Genetik in Harvard und legt in seinem Buch dar, warum Alter als Krankheit angesehen werden sollte. Ich habe das englische Original als Hörbuch gehört. Die verlinkte „Hardware-Version“ gibt es mittlerweile allerdings auch ahn deutscher Sprache. Sinclairs These: Der Alterungsprozess ist nicht unaufhaltbar. In den kommenden Jahrzehnten sei zu erwarten, dass die Lebenserwartung immer weiter steige und prinzipiell auch kein oberes Limit haben müsse. Letztere Aussage ist wohl eher eine Utopie (Ps 90,12). Spannend ist das Thema aber allemal. Weniger und gesünder essen und mehr Sport treiben würde mir in jedem Fall nicht schaden. Sinclairs „Empfehlung“ (er drückt sich hier vorsichtig aus) von bestimmten Nahrungsergänzungsmittel kann ich nicht beurteilen.

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