Gemeinde

6 Dinge, die ich mir bei jeder Predigt wünsche

Jeder Prediger bringt seine eigene Persönlichkeit mit auf die Kanzel und das ist völlig in Ordnung. Der versuch, einen anderen Prediger zu kopieren, schlägt sicher fehl. Und doch gibt es einige Dinge, die jeder Prediger beachten sollte. In diesem Beitrag zeige ich 6 Bereiche Bereiche auf, die ich grundlegend wichtig finde. Ich bin hier selbst noch Lernender. Aber ich will mich auf den Weg dorthin machen.

1. Eine Predigt sollte nah am Text sein

Gott offenbart sich durch sein Wort. Die Auslegungspredigt mit einem Bibeltext als Ausgangspunkt, sollte deshalb die Regel sein. Themenpredigten haben durchaus auch ihren Platz. Die Frage, die wir uns dann stellen müssen lautet: frage ich danach, was die Bibel zu einem Thema zu sagen hat oder suche ich lediglich „Beweistexte“ für meine Überzeugungen?

2. Eine Predigt sollte einen klaren Grundgedanken haben

Wer sich intensiv mit einem Bibeltext beschäftigt, findet viele interessante Beobachtungen. Die Herausforderung liegt darin, bewusst auszusieben. Eine Predigt ist allerdings kein Bibelkommentar. Fasse die Botschaft und die Absicht deiner Predigt in jeweils einem Satz zusammen. Wenn du das nicht kannst, hast du noch nicht lang genug gearbeitet. Einer Predigt sollte nach Möglichkeit eine Gliederung zugrunde liegen, wenigstens aber ein Grundgedanke, den ein Zuhörer klar identifizieren kann.

3. Eine Predigt sollte verständlich sein

Wir sollten nicht voraussetzen, dass alle Zuhörer christlich sozialisiert sind. Theologische Begriffe sollten nicht vermieden, aber erklärt werden. Biblische Geschichten sollten nicht vorausgesetzt, sondern wiedergegeben werden. Außenstehende Zuhörer können den Gedanken so besser folgen und Christen, die schon seit Jahrzehnten regelmäßig ihre Bibel lesen, lernen, wie sie biblische Zusammenhänge in ihrem Umfeld erklären können.

4. Eine Predigt sollte anwendungsorientiert sein

Der heilige Geist bewirkt Veränderung auf allen Ebenen. Das nimmt den Prediger aber nicht aus der Verantwortung. Eine Predigt sollte neue Erkenntnisse vermitteln, die Gefühle und den Willen ansprechen und schließlich auf Verhaltensveränderung abzielen. Zeige dem Zuhörer auf, welche Auswirkungen der Text in seinem Leben haben sollte.

5. Eine Predigt sollte evangeliumszentriert sein

Das Evangelium ist die Kraft Gottes, zur Rettung und auch zur Veränderung. Eine Predigt, die allein Moral vermittelt ist keine Predigt, sondern eine Anleitung zur Selbsthilfe. Auch wenn ein Bibeltext nicht explizit von Jesus spricht, sollte der Prediger über Jesus sprechen. Das ist nichts künstliches, sondern Zeichen für ein heilgeschichtliches Verständnis der Schrift. Zeigt der Text Sünde und Zerbrochenheit, die nur in Jesus überwunden werden kann? Fordert der Text zu einem Leben auf, das nur in der Kraft der Auferstehung und mit der Befähigung des Heiligen Geistes geführt werden kann? Dann sprich darüber!

6. Eine Predigt sollte Herausfordernd sein

Zeige deinen Zuhörern, wo sie praktisch herausgefordert sind. Motiviere sie, ihre Komfortzone zu verlassen und in der Kraft des Heiligen Geistes zu leben.

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