Geistliches Leben

4 Prinzipien für das Gebet mit Kindern

Vor dem Schlafengehen lesen wir mit unseren Kindern in der Kinderbibel und beten mit ihnen. Oft wollen sie auch selbst beten. Manchmal kommt es vor, dass einer von ihnen (8 und 5 Jahre) das gemeinsam mit meiner Frau oder mir tun möchte. Auf der einen Seite freut es mich, wenn sie in eigenen Gebeten ausdrücken, was sie bewegt. Auf der anderen Seite empfinde ich es als große Chance, gemeinsam mit ihnen zu beten. Ein ähnliches Anliegen hatten schließlich auch die Jünger als sie mit der Bitte zu Jesus kamen: „Herr, lehre uns beten“ (Lk 11,1). Jesus gab seinen Jüngern daraufhin ein Gebet, das sie nachbeten sollten. Warum nicht auch wir?

Ein paar Dinge sind mir wichtig wenn ich meinen Kindern Gebete vorspreche. Ich berücksichtige vermutlich nicht immer alle davon, aber ich möchte mich grundsätzlich davon leiten lassen.

  1. Ich will Gott für die Dinge danken, mit denen er sie täglich beschenkt. Lehre ich meine Kinder Dankbarkeit?
  2. Ich will für die Dinge beten, die sie beschäftigen. Lehre ich sie, ihre Last bei Gott abzuladen und sein Eingreifen zu erwarten? Ist meine Beziehung zu meinen Kindern überhaupt so gut, dass ich von den Dingen weiß, die sie bewegen?
  3. Ich will für dafür beten, dass Gott ihnen vergibt und ihr Herz verändert. Lehre ich sie, dass Gott ihr Herz will?
  4. Ich will für andere Menschen beten. Lehre ich sie, die Nöte der Menschen um sie herum zu sehen und nicht nur ihre eigenen Bedürfnisse?

Gebet ist etwas überaus persönliches. Die vier genannten Punkte stellen kein starres Schema dar, das ich abarbeite. Sie können aber dabei helfen, das eigene Gebet mit Kindern zu reflektieren. Gebet soll nicht bloß ein Ausdruck der eigenen Gefühle sein, es soll das Herz hin zu Gott bewegen.

Auch wer keine Kinder hat, kann hier lernen. Jedes Mal wenn wir in Gemeinschaft mit anderen beten, sind wir ein Vorbild für sie. Jesus macht in der Bergpredigt deutlich, dass wir mit unseren Gebeten vor allem vor Gott stehen, nicht vor Menschen (Mt 6,5f). Trotzdem war er selbst sich bewusst, dass andere zuhören (Joh 11,42). Lehren wir Menschen beten?

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