Ich lese gerne Sachbücher. Vielleicht manchmal sogar etwas zu gerne. Auch im vergangenen Urlaub hatte ich einige dabei. Es waren gute Bücher, und ich habe sie mit Gewinn gelesen. Trotzdem habe ich mich für diesen Sommer bewusst anders entschieden.
Mein Urlaub soll kein weiteres Bildungsprojekt werden.
Natürlich spricht nichts dagegen, im Urlaub ein theologisches oder praktisches Buch zu lesen. Wer dabei entspannt, soll genau das tun. Ich merke bei mir jedoch, dass ich bei Sachbüchern schnell in einen Arbeitsmodus gerate: Ich markiere, denke über Anwendungen nach und überlege, was ich später noch einmal aufgreifen sollte. Das ist normalerweise sinnvoll. Im Urlaub möchte ich diesmal aber stärker abschalten.
Deshalb nehme ich zwei Fantasybände und eine Autobiografie mit. Drei Bücher, die sehr verschieden sind und doch etwas gemeinsam haben: Sie erzählen Geschichten – zwei erfundene und eine erlebte.
Zurück nach Aerwiar – diesmal auf Englisch
Über die ersten beiden Bände der Wingfeather Saga habe ich bereits ausführlicher geschrieben. Andrew Peterson erzählt eine fantasievolle und zugleich warmherzige Geschichte voller Abenteuer, Humor und Hoffnung. Die Bücher richten sich zwar zunächst an Kinder und Jugendliche, funktionieren aber auch ausgesprochen gut für Erwachsene.
Nachdem ich die ersten beiden deutschen Bände gelesen habe, möchte ich nun wissen, wie die Geschichte weitergeht und endet. Deshalb kommen The Monster in the Hollows, der dritte Band, und The Warden and the Wolf King, der vierte und letzte Band, mit in den Urlaub.
Noch sind beide Fortsetzungen nur auf Englisch erhältlich. Inzwischen gibt es allerdings gute Nachrichten: Der dritte Band ist unter dem Titel Das Monster in den Hügeln auf Deutsch angekündigt und soll im November erscheinen. Wer lieber auf Deutsch liest, muss sich also nur noch ein wenig gedulden. Für den vierten Band ist meines Wissens weiterhin keine deutsche Übersetzung angekündigt.
Ich werde trotzdem nicht bis November warten. Die beiden englischen Ausgaben liegen bereit – und im Urlaub ist hoffentlich genug Zeit, wieder ganz in Petersons Welt einzutauchen. Genau darauf freue ich mich: nicht Argumenten folgen, Notizen machen und Anwendungen festhalten, sondern mich einfach von einer guten Geschichte mitnehmen lassen.
Eine Lebensgeschichte, auf die ich mich besonders freue
Das dritte Buch ist kein Roman, sondern eine Autobiografie: My Story: A Spiritual and Intellectual Autobiography von John Lennox. Trotzdem passt es gut zu meiner Auswahl, denn im Mittelpunkt steht keine systematische Behandlung eines Sachthemas, sondern eine Lebensgeschichte.
Ich habe über die Jahre mehrere Bücher von Lennox mit großem Gewinn gelesen. Besonders Hat die Wissenschaft Gott begraben? ist mir in guter Erinnerung geblieben. An Lennox schätze ich, wie er intellektuelle Klarheit mit einem festen Vertrauen auf die Bibel und das Evangelium verbindet.
2012 hatte ich während meiner damaligen Tätigkeit beim Deutschen Christlichen Techniker-Bund die Gelegenheit, John Lennox und seine Frau ein wenig kennenzulernen. Er hielt zu dieser Zeit einen Vortrag in Korntal. Die Veranstaltung selbst ist dabei gar nicht das, was mir besonders in Erinnerung geblieben ist.
Viel stärker erinnere ich mich an die Begegnungen am Rand. John bot uns schon nach kurzer Zeit das Du an und schien mit unserem eher bescheidenen Pulverkaffee vollkommen zufrieden zu sein. Ich durfte ihn und seine Frau mit dem Auto durch Stuttgart fahren, unter anderem zum Weihnachtsmarkt. Mit John sprach ich auf Deutsch – er beherrscht die Sprache sehr gut. Wenn wir zu dritt sprachen, wechselten wir eher ins Englische.
Das war kein intensives Kennenlernen. Trotzdem sind es Erinnerungen, die ich nicht vergessen habe. Mir begegnete damals ein unglaublich intelligenter und zugleich bemerkenswert demütiger und unkomplizierter Mensch.
Vielleicht freue ich mich deshalb besonders auf seine Autobiografie. Ich kenne Lennox als Autor und Redner, habe aber bisher nur einen kleinen persönlichen Eindruck von ihm gewonnen. Nun bin ich gespannt, wie er selbst von den Menschen, Erfahrungen und Überzeugungen erzählt, die seinen Glauben und sein Denken geprägt haben.
Meine Urlaubslektüre auf einen Blick
- The Monster in the Hollows*
- The Warden and the Wolf King*
- My Story: A Spiritual and Intellectual Autobiography*
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Was liest du in diesem Sommer?
Urlaub muss kein weiteres Bildungsprojekt sein. Nicht jedes Buch muss mich fachlich weiterbringen, meine Arbeit verbessern oder möglichst viele neue Erkenntnisse liefern. Manchmal darf ein Buch zunächst einfach Freude machen, eine gute Geschichte erzählen und dabei helfen, innerlich etwas Abstand vom Alltag zu gewinnen.
Für mich sind es in diesem Sommer zwei Fantasybände und eine Lebensgeschichte.
Welche Bücher hast du speziell für die Urlaubszeit in diesem Sommer eingeplant?
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