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	<title>Nachfolge Archive - Jakobs Blog</title>
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	<title>Nachfolge Archive - Jakobs Blog</title>
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		<title>Ich weiß es nicht – und glaube trotzdem</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Aug 2026 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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		<category><![CDATA[Charakterbildung]]></category>
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		<category><![CDATA[Theologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Christen müssen nicht auf jede Frage eine Antwort haben. Was How to Not Know über Ungewissheit, Demut und das Vertrauen auf Gott lehrt.<img src="https://stats.jakobhaddick.de/piwik.php?idsite=2&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Fhow-to-not-know-christen%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Dhow-to-not-know-christen&amp;action_name=Ich%20wei%C3%9F%20es%20nicht%20%E2%80%93%20und%20glaube%20trotzdem&amp;urlref=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://jakobhaddick.de/how-to-not-know-christen/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=how-to-not-know-christen">Ich weiß es nicht – und glaube trotzdem</a> erschien zuerst auf <a href="https://jakobhaddick.de">Jakobs Blog</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">„Ich weiß es nicht.“ Drei einfache Wörter – und doch kommen sie vielen Menschen nur schwer über die Lippen. Besonders schwer scheint es zu sein, wenn andere von uns Antworten erwarten: als Leiter, Lehrer, Prediger oder Eltern.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Selbst KI-Systeme produzieren mitunter lieber eine plausible Antwort, als eine Frage unbeantwortet zu lassen. Das geschieht natürlich nicht aus Scham oder verletztem Stolz. <a href="https://openai.com/de-DE/index/why-language-models-hallucinate/">Eine Untersuchung von OpenAI</a> weist vielmehr darauf hin, dass Training und Bewertung das Raten häufig stärker belohnen als das Eingeständnis von Unsicherheit.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Ganz fremd ist uns dieses Verhalten nicht. Auch Menschen wirken mit einer selbstbewussten Antwort kompetenter als mit einem ehrlichen „Ich weiß es nicht“. Dabei ist eine klare Antwort noch lange keine richtige Antwort.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Simone Stolzoff beschäftigt sich in <a href="https://amzn.to/4vKtmnO"><em>How to Not Know: The Value of Uncertainty in a World That Demands Answers</em></a> (<em>Affiliate-Link</em>) mit der Frage, warum wir Ungewissheit so schwer aushalten – und was uns helfen kann, besser mit ihr zu leben.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Wenn Gewissheit zur Falle wird</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Stolzoff ist Journalist und war als Design Lead bei der Innovationsagentur IDEO tätig. Für sein Buch verbindet er psychologische Forschung mit den Geschichten von Menschen, die vor schwierigen Entscheidungen stehen oder mit einer unvorhersehbaren Zukunft leben müssen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Das Buch ist in drei große Teile gegliedert: <em>Comfort</em>, <em>Hubris</em> und <em>Control</em>. Sie stehen für drei Gründe, warum wir nach Gewissheit suchen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Wir bevorzugen erstens das Bekannte, weil es uns Sicherheit verspricht. Wir überschätzen zweitens unser Wissen und behaupten mehr, als wir tatsächlich wissen. Und wir versuchen drittens, durch Planung, Grübeln und möglichst viele Informationen eine Zukunft zu kontrollieren, die sich nicht kontrollieren lässt.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Eine der wichtigsten Einsichten des Buches lässt sich so zusammenfassen: Nicht jede Ungewissheit ist ein Problem, das gelöst werden muss.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Natürlich gibt es Wissenslücken, die wir schließen können. Wir können recherchieren, nachfragen und sorgfältiger nachdenken. Doch kein Wissen der Welt kann uns garantieren, wie eine Entscheidung ausgehen oder was morgen geschehen wird. Wenn wir dennoch vollständige Gewissheit anstreben, führt das leicht zu endlosem Grübeln, vorschnellen Antworten oder falscher Selbstsicherheit.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Ein Glaube, der keine offenen Fragen verträgt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Beobachtung ist auch für Christen wichtig. Denn manche Christen sind sich erstaunlich sicher – und zwar nicht nur im Blick auf die zentralen Wahrheiten des Evangeliums, sondern bei fast jeder theologischen, ethischen oder praktischen Frage.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Sie wissen genau, wie eine schwierige Bibelstelle auszulegen ist. Sie wissen, warum Gott etwas zugelassen hat. Sie wissen, wie sich eine gesellschaftliche Entwicklung fortsetzen wird. Und sie wissen, welche Entscheidung ein anderer Christ treffen sollte.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Dahinter muss nicht immer ein besonders fester Glaube stehen. Manchmal ist das Gegenteil der Fall. Das gesamte Glaubenssystem scheint so eng zusammengefügt zu sein, dass eine offene Einzelfrage bereits alles ins Wanken bringen könnte. Sobald jemand an einer Stelle sagt: „Ich bin mir nicht sicher“, scheint plötzlich der ganze Glaube unsicher zu werden.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Doch ein Glaube, der nur stabil bleibt, solange jede Frage eindeutig beantwortet ist, ist nicht besonders gewiss. Er ist besonders fragil.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Christliche Gewissheit bedeutet nicht, jede eigene Überzeugung mit derselben Sicherheit zu vertreten. Wir dürfen gewiss sein, wo Gott klar gesprochen hat. Wir sollten bescheidener werden, wo bibeltreue Christen zu unterschiedlichen Auslegungen gelangen. Und wir dürfen ohne schlechtes Gewissen zugeben, dass wir Gottes verborgenes Handeln nicht verstehen oder die Folgen einer Entscheidung nicht vorhersehen können.</p>




<p class="wp-block-paragraph">„Ich weiß es nicht“ stellt nicht zwangsläufig unseren Glauben infrage. Der Satz kann Ausdruck christlicher Demut sein. Ich muss nicht allwissend sein, weil Gott es ist. Das gilt besonders für Menschen mit Verantwortung. Ich habe bereits an anderer Stelle darüber geschrieben, <a href="https://jakobhaddick.de/leitung-ohne-klarheit/">warum Leiter nicht alles verstehen müssen</a>.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Glaube ist mehr als eine psychologische Hilfe</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Überraschenderweise widmet Stolzoff dem Glauben ein ganzes Kapitel. Unter der Überschrift <em>Betting the Farm</em> beschäftigt er sich damit, wie Glaube uns helfen kann, weiterzugehen, obwohl wir nicht genau wissen, wohin unser Weg führt.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Damit beschreibt Stolzoff etwas Wichtiges. Wer eine Ehe eingeht, ein Unternehmen gründet, ein Kind bekommt oder eine neue Aufgabe übernimmt, besitzt keine Garantie, wie alles ausgehen wird. Vertrauen ist nur dort nötig, wo wir nicht alles kontrollieren können.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Stolzoff betrachtet dabei jedoch vor allem die psychologische Funktion des Glaubens. Glaube hilft uns, nicht aufzugeben. Er schenkt Vertrauen, fördert Beharrlichkeit und ermöglicht Handeln unter ungewissen Bedingungen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Aus christlicher Sicht ist Glaube mehr. Entscheidend ist nicht nur, <strong>dass</strong> wir glauben, sondern <strong>wem</strong> wir glauben.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Psychologie kann uns helfen, Ungewissheit besser auszuhalten. Der christliche Glaube gibt uns darüber hinaus einen Grund, warum wir sie aushalten können. Unsere Gelassenheit gründet nicht nur in unserer Anpassungsfähigkeit, unseren Werten oder unserem zukünftigen Ich. Sie gründet in dem souveränen und guten Gott.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Wir wissen nicht, was morgen geschieht. Aber wir glauben, dass auch das Unvorhergesehene nicht außerhalb seiner Herrschaft liegt. David bekennt in Psalm 31,16, dass seine Zeiten in Gottes Hand sind. Diese Gewissheit beseitigt nicht alle Fragen, aber sie verändert, wie wir mit ihnen leben.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Dabei gehören Gottes Souveränität und seine Güte zusammen. Ein bloß mächtiger Gott würde noch keine Gelassenheit schenken. Christen vertrauen einem Vater, dessen Weisheit größer ist als ihre eigene und dessen Güte sich in Jesus Christus gezeigt hat.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Das führt nicht zur Passivität. Wir planen, prüfen, entscheiden und handeln. Aber wir müssen den Ausgang nicht kontrollieren. Wir brauchen heute noch nicht die Kraft für alle Probleme von morgen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns morgen die Gnade für morgen geben wird.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Wo das Buch zu kurz greift</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht alle Beispiele des Buches überzeugen aus christlicher Sicht. Stolzoff erzählt von einer jungen Frau, die eine sehr enge, offenbar sektenhaft geprägte christliche Gemeinschaft verlässt und schließlich Atheistin wird. Das Verlassen einer ungesunden Gemeinschaft kann notwendig sein. Doch die Alternative muss nicht lauten: in der Enge bleiben oder den Glauben aufgeben. Man kann die Verzerrung des Glaubens hinter sich lassen, ohne Christus zu verlassen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Auch die Geschichte eines Ehepaares, das nach vielen Jahren über eine Scheidung nachdenkt, zeigt eine Grenze der Perspektive. Nicht jede Entscheidung besteht aus mehreren moralisch gleichwertigen Möglichkeiten. Versprechen, Verpflichtungen und biblische Maßstäbe müssen ebenfalls berücksichtigt werden.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Ungewissheit hebt weder Wahrheit noch Verantwortung auf. Die Frage lautet nicht immer nur, welcher Weg sich für mich richtig anfühlt, sondern manchmal auch, welchem Menschen, welchem Versprechen und welchem Auftrag ich treu sein soll.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Vier hilfreiche Einladungen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende formuliert Stolzoff keine Gebote, sondern Einladungen. Sinngemäß lassen sich vier davon so zusammenfassen:</p>




<ol class="wp-block-list">
	<li><strong>Finde deine Anker.</strong> Für Christen sind das nicht nur persönliche Werte, sondern Gottes Charakter, seine Verheißungen und verbindliche Beziehungen.<br></li>
	<li><strong>Wähle Neugier statt Bequemlichkeit.</strong> Wir dürfen nachfragen, zuhören und unsere Überzeugungen prüfen – ohne Offenheit mit Beliebigkeit zu verwechseln.<br></li>
	<li><strong>Vertraue darauf, dass du zukünftige Probleme bewältigen kannst.</strong> Wir unterschätzen tatsächlich oft unsere Fähigkeit, uns anzupassen. Als Christen vertrauen wir darüber hinaus darauf, dass Gott uns morgen die Gnade für morgen geben wird.<br></li>
	<li><strong>Lass die Geisterschiffe ziehen.</strong> Jede Entscheidung schließt andere mögliche Lebenswege aus. Wer sich entschieden hat, muss nicht ständig allen ungelebten Möglichkeiten nachblicken. Manche Gelassenheit entsteht erst durch verbindliche Treue.<br></li>
</ol>



<h3 class="wp-block-heading">Für wen sich das Buch lohnt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders empfehlen würde ich <a href="https://amzn.to/4vKtmnO"><em>How to Not Know</em></a> (<em>Affiliate-Link</em>) Menschen, die sich vor Entscheidungen leicht festdenken, sowie Leitern, von denen ständig eindeutige Antworten erwartet werden.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Wer eine christliche Theologie über Gottes Vorsehung oder den Umgang mit Glaubenszweifeln sucht, wird sie hier nicht finden. Stolzoff schreibt aus einer anderen Perspektive und kommt bei einigen religiösen und ethischen Fragen zu Ergebnissen, denen Christen nicht folgen werden.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Als psychologisch kluge und gut erzählte Einladung zu mehr intellektueller Demut ist das Buch dennoch ausgesprochen hilfreich. Es hält auch Christen einen Spiegel vor: Wir müssen nicht auf jede Frage sofort eine Antwort haben. Wir dürfen Unsicherheit eingestehen, Einschätzungen korrigieren und mit offenen Fragen leben. Das macht unseren Glauben nicht automatisch schwächer.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht zeigt sich reifer Glaube nicht darin, dass wir auf alles eine Antwort haben. Vielleicht zeigt er sich darin, dass wir ehrlich sagen können: „Ich weiß es nicht“ – und dennoch nicht haltlos werden.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Wir wissen nicht, was morgen geschieht. Aber wir kennen den souveränen und guten Gott, in dessen Hand auch das liegt, was wir noch nicht verstehen.</p>




<p class="wp-block-paragraph"><em>Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.</em></p>
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		<title>882 Tage Duolingo – warum ich meinen Streak bewusst abreißen lasse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jul 2026 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Produktivität & Lebensführung]]></category>
		<category><![CDATA[Apps]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Nachfolge]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach 882 Tagen lasse ich meinen Duolingo-Streak im Urlaub bewusst abreißen. Denn eine gute Gewohnheit kann irgendwann wichtiger werden als das Ziel, dem sie dienen sollte.<img src="https://stats.jakobhaddick.de/piwik.php?idsite=2&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Fduolingo-streak-abreissen-lassen%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Dduolingo-streak-abreissen-lassen&amp;action_name=882%20Tage%20Duolingo%20%E2%80%93%20warum%20ich%20meinen%20Streak%20bewusst%20abrei%C3%9Fen%20lasse&amp;urlref=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">882 Tage. So lange läuft inzwischen mein Streak bei Duolingo. Im kommenden Urlaub werde ich ihn bewusst abreißen lassen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Diese Entscheidung kommt nicht aus einer Laune heraus. In meinem letzten Blogbeitrag habe ich beschrieben, <a href="https://jakobhaddick.de/urlaubslektuere-2026/">warum mein Urlaub kein weiteres Bildungsprojekt werden soll</a>. Dabei geht es mir nicht nur um die Bücher, die ich mitnehme. Ich möchte wirklich abschalten und mich auch von kleinen Verpflichtungen lösen, die meinen Tagesablauf bestimmen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehören auch die täglichen Lektionen bei Duolingo. Eine Lektion mag nur zwei Minuten dauern. Wenn ich sie aber primär absolviere, um meinen Streak zu bewahren, bleibt sie eine Aufgabe, die ich jeden Tag erledigen muss. Ich könnte versuchen, den Streak durch schnelle Lektionen oder mithilfe der Funktion „Streak auf Eis“ zu schützen. Doch genau das möchte ich diesmal nicht. Mein Urlaub soll sich nicht länger dem Erhalt einer Zahl unterordnen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Dahinter steckt eine größere Frage: Was geschieht, wenn eine hilfreiche Gewohnheit irgendwann wichtiger wird als das Ziel, dem sie eigentlich dienen sollte?</p>




<h2 class="wp-block-heading">Was mir Duolingo gebracht hat</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich lerne schon seit einigen Jahren Spanisch. Duolingo hat mir dabei sehr geholfen – besonders beim Lernen von Vokabeln und dabei, mit der Sprache vertraut zu werden.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Ein guter Sprecher bin ich noch immer nicht. Aber ich kann mich einigermaßen verständigen und würde vermutlich nicht verhungern, wenn ich allein in Spanien unterwegs wäre.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Ohne die Regelmäßigkeit, die Duolingo in mein Lernen gebracht hat, wäre ich wahrscheinlich nicht so weit gekommen. Gerade deshalb lohnt sich die Frage, warum ich meinen Streak nun enden lassen kann.</p>




<h2 class="wp-block-heading">Wenn der Streak wichtiger wird als das Lernen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dass sich mein Ziel verschoben hat, merke ich vor allem in drei Situationen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Manchmal bin ich abends schon auf dem Weg ins Bett, wenn mir einfällt, dass ich noch keine Lektion gemacht habe. Dann gehe ich noch einmal nach unten, absolviere schnell eine Übung und gehe erst danach schlafen. Nicht unbedingt, weil ich in diesem Moment sinnvoll Spanisch lernen möchte, sondern weil ich meinen Streak nicht verlieren will.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt die Punktejagd. Ich habe den Ehrgeiz, dauerhaft in der obersten Liga mitzuspielen. Dafür brauche ich jede Woche entsprechend viele Erfahrungspunkte. Das führt dazu, dass ich häufig einfache Lektionen auswähle, die schnell viele Punkte bringen. Übungen, mit denen ich sprachlich weiterkäme, bleiben dagegen eher liegen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Die Spielmechanik belohnt mich – aber nicht unbedingt für das, was meinem eigentlichen Ziel am besten dient.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich wird das im Urlaub: Selbst dort beschäftigt mich die Frage, wann ich die tägliche Lektion unterbringe oder ob ich noch genügend „Streaks auf Eis“ vorrätig habe.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Streng genommen habe ich also nicht an allen 882 Tagen gelernt. Einzelne Pausen wurden durch diese Funktion überbrückt. Die sichtbare Zahlenreihe blieb trotzdem erhalten – und mit ihr der Druck, sie nicht abreißen zu lassen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen bestimmt deshalb häufig nicht mehr das Spanischlernen, was ich bei Duolingo tue, sondern das Aufrechterhalten des Streaks.</p>




<h2 class="wp-block-heading">Warum Streaks so wirkungsvoll sind</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im vergangenen Jahr habe ich die Podcastfolge <a href="https://www.schwab.com/learn/story/hooked-on-streaks-with-guests-chloe-hamilton-jackie-silverman">„Hooked on Streaks“ aus Katy Milkmans Podcast <em>Choiceology</em></a> gehört. Darin wird von einer Frau erzählt, die mit Duolingo Spanisch gelernt und einen Streak von mehr als 1.000 Tagen aufgebaut hatte.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Auch sie kannte den Moment kurz vor Mitternacht, in dem noch schnell eine Lektion erledigt werden musste. Obwohl sie den kompletten Spanischkurs bereits abgeschlossen hatte, machte sie weiter – auch weil sie ihren langen Streak nicht verlieren wollte. Gleichzeitig war ihr bewusst, dass sie wahrscheinlich mehr lernen würde, wenn sie sich einfach mit den Menschen in ihrem spanischen Dorf unterhielte.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Die in der Episode vorgestellte Forschung erklärt dieses Verhalten: Ein sichtbarer Streak kann zu einem eigenen Ziel werden. Ursprünglich möchten wir eine Sprache lernen, fitter werden oder regelmäßiger lesen. Doch irgendwann kommt ein zweites Ziel hinzu: Die ununterbrochene Kette muss erhalten bleiben.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Duolingo entwickelt und testet diese Mechanismen gezielt. In einem <a href="https://blog.duolingo.com/improving-the-streak/">Beitrag über die Weiterentwicklung des Streaks</a> beschreibt das Unternehmen, wie es die Bedingungen vereinfacht hat. Seitdem genügt bereits eine einzelne Lektion am Tag, um den Streak fortzusetzen. Duolingo berichtet offen, dass diese Veränderung die Nutzerbindung und die Zahl der täglich aktiven Nutzer erhöht hat.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Aus Sicht des Unternehmens ist das nachvollziehbar: Wer die App nicht mehr öffnet, kann dort auch nichts lernen. Trotzdem sind die Ziele von Duolingo und meine eigenen Ziele nicht vollkommen identisch. Duolingo möchte, dass ich täglich zur App zurückkehre – natürlich auch, weil das Unternehmen mich als Kunden halten möchte. Ich möchte Spanisch lernen. Meistens passt das zusammen. Tägliche App-Nutzung ist aber noch kein sicherer Beleg für sprachlichen Fortschritt.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Selbst ein verlorener Streak muss nicht unbedingt verloren bleiben. Bei einem meiner Söhne habe ich kürzlich erlebt, dass Duolingo ihm anbot, seinen alten abgerissenen Streak durch mehrere Lektionen wiederherzustellen. Dass dies zumindest zeitweise zur Praxis gehört, zeigt auch eine <a href="https://apps.apple.com/us/iphone/story/id1896628731">befristete „Streak Revival“-Aktion</a> aus dem Juni 2026. Damals konnten Nutzer einen verlorenen Streak von mindestens 30 Tagen durch drei unmittelbar aufeinanderfolgende Lektionen zurückholen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Eine allgemeine Garantie ist das nicht. Es zeigt aber, wie sehr das System darauf ausgerichtet ist, Nutzer nach einer Unterbrechung wieder zum Weitermachen zu bewegen.</p>




<h2 class="wp-block-heading">Gewohnheiten sind gute Diener</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Problem ist nicht, dass ich eine Gewohnheit entwickelt habe. Gute Gewohnheiten helfen uns, wichtige Dinge auch dann zu tun, wenn wir gerade wenig Motivation verspüren.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Problematisch wird es, wenn die Gewohnheit selbst zum Ziel wird und ihren ursprünglichen Zweck verdrängt. Um das zu erkennen, kann es helfen, sich drei Fragen zu stellen: Würde ich diese Tätigkeit genauso ausführen, wenn niemand sie zählen würde? Wähle ich das, was mich meinem Ziel näherbringt – oder nur das, was meine Statistik verbessert? Und würde eine Unterbrechung meinem eigentlichen Ziel schaden oder lediglich meiner sichtbaren Erfolgsserie?</p>




<p class="wp-block-paragraph">Diese Fragen betreffen nicht nur Sprachlern-Apps. Sie sind auch für geistliche Gewohnheiten wichtig.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Ein Bibelleseplan kann mir helfen, regelmäßig in der Bibel zu lesen. Das abgehakte Kapitel darf aber nicht wichtiger werden als das Verstehen und Anwenden des Textes. Eine Gebetsliste kann mir helfen, treu für Menschen zu beten. Doch auch sie kann zu einer Aufgabe werden, die ich nur noch erledige.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet nicht, dass wir geistliche Gewohnheiten aufgeben sollten, sobald sie anstrengend werden. Gerade in trockenen Zeiten kann es wichtig sein, treu dranzubleiben. Wir sollten aber immer wieder prüfen, ob unsere Gewohnheiten noch dem dienen, wofür wir sie begonnen haben.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Ein ähnliches Problem habe ich auf der Ebene von Gemeinden im Beitrag <a href="https://jakobhaddick.de/wenn-mittel-zum-zweck-werden/">„Wenn Mittel zum Zweck werden – wie Gemeinden ihr Zentrum verlieren können“</a> beschrieben. Ein hilfreiches Mittel darf nicht unbemerkt zum eigentlichen Zweck werden.</p>




<h2 class="wp-block-heading">Der Streak darf enden, das Lernen nicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich beende meinen Streak also nicht, um ein Zeichen zu setzen. Ich entscheide mich für eine echte Urlaubspause und akzeptiere die Konsequenz.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Urlaub werde ich möglicherweise wieder Duolingo nutzen. Dann hoffe ich allerdings, anders damit umgehen zu können. Ich will nicht mehr möglichst viele Punkte sammeln, unbedingt in der obersten Liga bleiben oder um jeden Preis einen Streak erhalten. Ich möchte die Lektionen auswählen, die mich sprachlich weiterbringen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Mein Ziel ist schließlich nicht, möglichst lange Duolingo zu benutzen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Mein Ziel ist, Spanisch zu lernen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht brauche ich dafür zunächst etwas Abstand – und die Freiheit, meinen 882-Tage-Streak enden zu lassen.</p>
<img decoding="async" src="https://stats.jakobhaddick.de/piwik.php?idsite=2&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Fduolingo-streak-abreissen-lassen%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Dduolingo-streak-abreissen-lassen&amp;action_name=882%20Tage%20Duolingo%20%E2%80%93%20warum%20ich%20meinen%20Streak%20bewusst%20abrei%C3%9Fen%20lasse&amp;urlref=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>Der Beitrag <a href="https://jakobhaddick.de/duolingo-streak-abreissen-lassen/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=duolingo-streak-abreissen-lassen">882 Tage Duolingo – warum ich meinen Streak bewusst abreißen lasse</a> erschien zuerst auf <a href="https://jakobhaddick.de">Jakobs Blog</a>.</p>
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		<title>KI ohne Hype: Was wir nicht delegieren dürfen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2026 10:36:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Nachfolge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>KI erleichtert viele Aufgaben. Doch manche Wege formen unser Denken, unseren Glauben und unsere Verantwortung. Was Christen deshalb nicht delegieren sollten.<img src="https://stats.jakobhaddick.de/piwik.php?idsite=2&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Fki-ohne-hype%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Dki-ohne-hype&amp;action_name=KI%20ohne%20Hype%3A%20Was%20wir%20nicht%20delegieren%20d%C3%BCrfen&amp;urlref=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Künstliche Intelligenz nimmt uns Arbeit ab. Sie fasst Texte zusammen, entwickelt erste Ideen, formuliert Nachrichten und hilft beim Strukturieren. Vieles davon kann tatsächlich nützlich sein.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Ausgangspunkt dieses Artikels ist eine <a href="https://www.youtube.com/watch?v=L5O38ZSFoa4">aktuelle Folge von Lanz + Precht mit der Frage: „Ist der KI-Hype am Ende?“</a> Markus Lanz und Richard David Precht sprechen darin über die großen Erwartungen, die mit KI verbunden sind, und über die wachsende Skepsis gegenüber diesen Versprechen. Ihr Hauptanliegen liegt jedoch an anderer Stelle: Der öffentliche Diskurs kreist häufig um Wettbewerb, Gewinne und Effizienz, während die Folgen für Bildung, Arbeit und Kultur vergleichsweise wenig bedacht werden.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Besonders nachdenklich macht mich ihre Sorge, dass KI uns das Schreiben, Lernen und Denken so bequem abnimmt, dass wir am Ende über Antworten verfügen, ohne die Wege des Verstehens selbst gegangen zu sein. Zugleich fragen sie, wer von dieser Entwicklung profitiert und was sie für Menschen bedeutet, deren Arbeit oder berufliche Zukunft dadurch unter Druck gerät.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Vieles an diesen Überlegungen ist offen, manches bewusst zugespitzt. Die Grundfrage verdient dennoch Aufmerksamkeit: Was macht diese Entwicklung mit uns?</p>




<p class="wp-block-paragraph">Paulus fordert Christen auf, alles zu prüfen und das Gute zu behalten (1Thess 5,21). Das ist auch für den Umgang mit KI ein guter Ausgangspunkt. Sie kann ein hilfreiches Werkzeug sein. Weisheit, Verantwortung und Gemeinschaft bleiben jedoch Aufgaben, die wir nicht delegieren dürfen.</p>




<h2 class="wp-block-heading">Unsere Arbeit formt uns</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Nutzen von KI ist real. Wer viele Aufgaben trägt, darf technische Hilfe dankbar einsetzen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Es gibt allerdings Arbeitsprozesse, deren Wert über das Ergebnis hinausgeht. Sie prägen den Menschen, der sie durchläuft. Das gilt besonders für Dinge wie Bibelstudium, Predigtvorbereitung, Schreiben und Seelsorge.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Wer einen biblischen Text langsam liest, Beobachtungen sammelt, Fragen stellt und Gedanken ordnet, gewinnt mehr als eine brauchbare Zusammenfassung. Wer um einen seelsorgerlichen Rat ringt, beschäftigt sich mit dem Menschen, dem er dienen will. Wer eine Predigt vorbereitet, sucht nicht bloß nach guten Sätzen. Er setzt sich selbst dem Wort Gottes aus.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Eine KI kann in wenigen Sekunden einen Predigtentwurf erstellen. Die geistliche Arbeit des Predigers nimmt sie ihm damit nicht ab. Aus einer Predigt soll erkennbar werden, dass der Prediger den Text verstanden, durchdacht und auf sein eigenes Leben angewandt hat.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Wie ich KI bei Themenpredigten als Hilfsmittel einsetze und welche Grenzen ich dabei sehe, habe ich <a href="https://jakobhaddick.de/ki-in-der-predigtvorbereitung-themenpredigten/">in einem früheren Beitrag zur KI in der Predigtvorbereitung</a> ausführlicher beschrieben.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Mühsame Arbeit ist keine Tugend an sich. Doch manche Wege lehren uns Geduld, Sorgfalt und Liebe. Bei solchen Aufgaben sollte KI unterstützen, ohne den prägenden Prozess zu ersetzen.</p>




<h2 class="wp-block-heading">Urteilen und Verantwortung bleiben persönlich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">KI liefert Informationen und oft auch überzeugend klingende Antworten. Weisheit entsteht dadurch noch nicht.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Biblische Weisheit zeigt sich darin, Gut und Böse unterscheiden und in einer konkreten Situation angemessen handeln zu können. Der Hebräerbrief beschreibt reife Christen als Menschen, deren Urteilsvermögen durch Übung geschult ist (Hebr 5,14). Diese Reife wächst, wenn wir sorgfältig lesen, Fragen prüfen, zuhören und Entscheidungen verantworten.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Gerade im Bibelstudium ist das wichtig. KI kann beim Ordnen von Informationen oder beim Auffinden von Material helfen. Ihre Vorschläge bleiben Hilfen. Wer sie übernimmt, muss sie am Text selbst prüfen und begründen können.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Für Leiter in Gemeinden gilt das ebenso. Ein Werkzeug kann helfen, Gedanken zu sortieren. Die Verantwortung für Lehre, Seelsorge und Entscheidungen bleibt bei den Menschen, die sie treffen. Sie stehen vor Gott und vor der Gemeinde für ihre Worte und ihr Handeln ein.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Das zeigt sich besonders deutlich in persönlichen Begegnungen. In einer schwierigen Situation braucht ein Mensch mehr als eine plausible Antwort. Er braucht jemanden, der zuhört, seine Lage ernst nimmt und mit Liebe und Wahrheit spricht. Ein System kann den Ton eines Trostbriefes nachahmen. Echter Trost wächst allerdings dort, wo jemand eine Last wahrnimmt und mitträgt.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Die Gemeinde lebt von solchen Begegnungen. Sie ist der Leib Christi, in dem Menschen einander sehen, ermahnen, vergeben und im Glauben stärken. Gerade in einer Welt voller schneller Antworten sollte sie ein Ort bleiben, an dem Menschen nicht nur Informationen erhalten, sondern Gemeinschaft erfahren.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Warum Gemeinden in einer digitalen Welt besonders Räume ungeteilter Aufmerksamkeit brauchen, habe ich <a href="https://jakobhaddick.de/ungeteilte-aufmerksamkeit-jonathan-haidts-rat-an-gemeinden/">in diesem Beitrag über Jonathan Haidts Rat an Gemeinden</a> weiter ausgeführt.</p>




<h2 class="wp-block-heading">Nächstenliebe weitet den Blick</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage nach KI endet nicht am eigenen Schreibtisch. Technische Entwicklungen haben gesellschaftliche Folgen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Wie stark sich Arbeitsplätze, Bildung und kreative Berufe verändern werden, lässt sich heute kaum zuverlässig vorhersagen. Manche Prognosen greifen zu weit. Dennoch erleben Menschen bereits, dass sich Anforderungen an ihre Arbeit verändern und Zukunftsfragen drängender werden. Auch die Verteilung von Gewinn, Einfluss und Ressourcen verdient Aufmerksamkeit.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Christliche Nächstenliebe fragt deshalb weiter: Wem dient diese Entwicklung? Wer profitiert von ihr? Wer trägt mögliche Kosten?</p>




<p class="wp-block-paragraph">Der Wert eines Menschen hängt nicht an seiner Produktivität oder daran, wie leicht eine Tätigkeit automatisiert werden kann. Jeder Mensch ist als Ebenbild Gottes geschaffen (Gen 1,27). Das gilt für diejenigen, die neue Technologien entwickeln, ebenso wie für Menschen, deren berufliche Zukunft durch diese Technologien unsicherer wird.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Gemeinden werden die großen Entscheidungen über KI nicht treffen. Sie können aber Menschen mit ihren Sorgen ernst nehmen. Sie können jungen Christen helfen, ihren Wert nicht allein aus Leistung und beruflichem Erfolg abzuleiten. Und sie können daran erinnern, dass technischer Fortschritt dem Menschen dienen soll.</p>




<h2 class="wp-block-heading">Nüchtern handeln</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine reife Haltung zu KI beginnt mit ehrlichen Fragen. Dient dieses Werkzeug einer begrenzten Aufgabe? Hilft es mir, sorgfältiger zu arbeiten? Oder gebe ich gerade etwas aus der Hand, das eigenes Denken, persönliche Verantwortung oder echte Begegnung verlangt?</p>




<p class="wp-block-paragraph">Es kann sinnvoll sein, zuerst selbst zu lesen, zu schreiben und zu überlegen. Danach kann KI als Gesprächspartner oder Hilfe zur Überarbeitung hinzukommen. Ebenso hilfreich sind klare Absprachen in Mitarbeiter- und Leitungsteams, bevor sich bestimmte Gewohnheiten unbemerkt festsetzen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">KI kann ein gutes Werkzeug sein. Weisheit, Verantwortung und Gemeinschaft lassen sich jedoch nicht delegieren. Deshalb ist die wichtigste Frage auch nicht, ob KI uns schneller macht. Sie lautet: Hilft uns dieser Einsatz, Gott und Menschen treuer zu dienen?</p>
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		<title>Wenn Christen zweifeln: Philip Ryken über einen ehrlichen Glauben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2026 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Gebet]]></category>
		<category><![CDATA[Nachfolge]]></category>
		<category><![CDATA[Seelsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Philip Ryken zeigt, warum Zweifel nicht verschwiegen werden müssen und wie sie im Gebet vor Gott gehören.<img src="https://stats.jakobhaddick.de/piwik.php?idsite=2&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Fwenn-christen-zweifeln%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Dwenn-christen-zweifeln&amp;action_name=Wenn%20Christen%20zweifeln%3A%20Philip%20Ryken%20%C3%BCber%20einen%20ehrlichen%20Glauben&amp;urlref=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bücher über Zweifel gibt es viele. Manche behandeln vor allem philosophische Einwände gegen den Glauben. Andere erzählen persönliche Krisen und Wege zurück zur Gewissheit. Philip Ryken geht in <a href="https://amzn.to/3Rhby5B"><em>I Have My Doubts: How God Can Use Your Uncertainty to Reawaken Your Faith</em></a> (<em>Affiliate-Link</em>) einen anderen Weg: Er nimmt seine Leser mit zu den Zweiflern der Bibel.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Ryken ist seit 2010 Präsident des Wheaton College und Professor für Theologie. Zuvor war er viele Jahre Pastor der Tenth Presbyterian Church in Philadelphia. Diese Verbindung aus theologischer Klarheit und pastoraler Erfahrung prägt auch dieses Buch. Ryken schreibt nicht distanziert oder akademisch kühl, sondern ehrlich, biblisch und seelsorgerlich.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Zweifel gehören zu den Themen, über die Christen oft ungern sprechen. Besonders in evangelikalen Gemeinden entsteht schnell der Eindruck: Wer wirklich glaubt, zweifelt nicht. Und wer zweifelt, sollte das besser nicht zu offen zeigen. Ryken hält dagegen. Sein Grundgedanke lautet: Zweifel sind keine Ausnahmeerscheinung im Leben des Glaubens. Entscheidend ist nicht zuerst, ob sie auftreten, sondern wie wir mit ihnen umgehen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Gerade diese ehrliche und biblische Perspektive macht das Buch so wertvoll – für Christen, die selbst mit Zweifeln kämpfen, und ebenso für alle, die Menschen begleiten, deren Glaube ins Wanken geraten ist.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Wenn Glaubenshelden zweifeln</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ryken beginnt überraschend persönlich. Er schreibt nicht nur über Menschen mit Glaubenszweifeln, sondern bekennt offen, dass auch er Zeiten kennt, in denen er Gottes Nähe, seine Fürsorge oder einzelne Aussagen der Bibel infrage stellt. Diese Ehrlichkeit wirkt wohltuend.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Viele Christen kennen solche Fragen, sprechen aber kaum darüber. Vielleicht wollen sie nicht als glaubensschwach gelten. Vielleicht befürchten sie auch, der christliche Glaube wirke weniger überzeugend, wenn Christen zugeben, dass sie nicht auf jede Frage sofort eine fertige Antwort haben.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Doch die Bibel selbst ist erstaunlich offen. Ryken zeigt das anhand vieler bekannter Personen: Eva, Sara, Mose, Asaf, Jeremia, Thomas oder Petrus. Fast jeder, der in der Bibel für seinen Glauben bekannt ist, hatte irgendwann auch mit Zweifeln zu kämpfen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Gerade darin liegt eine große Ermutigung. Die Bibel verschweigt die Kämpfe ihrer Glaubensvorbilder nicht. Sie zeigt Menschen mit echtem Glauben – und echten Fragen. Ryken macht Zweifel dabei weder zur Tugend noch automatisch zur Sünde. Sie können gefährlich werden, wenn sie sich gegen Gottes Wort verhärten oder zum Vorwand für Ungehorsam werden. Sie können aber auch dazu führen, dass Gott unseren Glauben vertieft und reifen lässt.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Zweifel brauchen Wahrheit und Barmherzigkeit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Eine besondere Stärke des Buches ist, dass Ryken nicht abstrakt über Zweifel schreibt. Jedes Kapitel entfaltet eine biblische Geschichte: Eva zweifelt an Gottes Wort, Sara an seiner Verheißung, Mose an seiner Berufung, Asaf ringt mit Gottes Gerechtigkeit, Jeremia mit seiner Fürsorge, Thomas mit der Auferstehung und Petrus sinkt im Sturm.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Dabei wird deutlich: Zweifel sehen nicht immer gleich aus. Manche sind intellektuell geprägt, andere entstehen mitten im Leid oder in einer tiefen persönlichen Krise. Deshalb gibt es auch keine Patentlösung.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Besonders angesprochen hat mich Rykens seelsorgerlicher Blick auf Menschen, die zweifeln. Natürlich brauchen manche Fragen gute Antworten. Sorgfältige Bibelauslegung und ehrliche Apologetik haben ihren wichtigen Platz. Doch oft brauchen Zweifler zunächst etwas anderes: einen Christen, der zuhört, sie ernst nimmt und nicht vorschnell aufgibt.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Das erinnert an Judas 22: „Erbarmt euch derer, die zweifeln.“ Gemeinden sollten Orte sein, an denen Fragen ausgesprochen werden dürfen, ohne dass jemand sofort den Eindruck bekommt, sein Glaube werde grundsätzlich infrage gestellt.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Mit Zweifeln zu Gott</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ryken belässt es jedoch nicht dabei, Zweifel zu verstehen. Er zeigt immer wieder den Weg, wie Christen mit ihnen umgehen können.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir Gottes Handeln nicht erkennen, sollen wir wie Elisa beten: „Herr, öffne uns die Augen.“ Wenn wir an Gottes Fürsorge zweifeln, sollen wir mit unseren Fragen nicht von ihm weglaufen, sondern gerade zu ihm kommen. Zweifel werden nicht dadurch überwunden, dass wir sie verdrängen oder endlos um sie kreisen. Sie gehören ins Gebet.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch: Glaube bedeutet nicht, keine Fragen mehr zu haben. Glaube bedeutet, mit unseren Fragen zu Gott zu gehen. Oder, wie Ryken schreibt: „Was immer wir im Dunkeln bezweifeln – wir sollen es im Gebet vor den Herrn bringen.“</p>




<h3 class="wp-block-heading">Warum sich das Buch lohnt</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://amzn.to/3Rhby5B"><em>I Have My Doubts</em></a> (<em>Affiliate-Link</em>) ist ein kurzweiliges, ehrliches und zugleich tiefgründiges Buch. Auf knapp 170 Seiten verbindet Ryken biblische Auslegung, persönliche Erfahrungen und viele gut ausgewählte Zitate anderer Autoren zu einem seelsorgerlich ausgewogenen Ganzen. Besonders gefallen hat mir, wie lebendig er die biblischen Geschichten erzählt und wie verständlich er ihre Bedeutung für unsere eigenen Glaubenskämpfe herausarbeitet.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Wer vor allem eine systematische Auseinandersetzung mit philosophischen Einwänden gegen den Glauben sucht, wird hier nicht den Schwerpunkt finden. Rykens Stärke liegt vielmehr darin, Zweifel biblisch und seelsorgerlich einzuordnen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Ich würde das Buch besonders Christen empfehlen, die selbst mit Zweifeln ringen, aber ebenso Pastoren, Ältesten und Mitarbeitern, die solche Menschen begleiten. Es hilft, Zweifel weder zu dramatisieren noch zu bagatellisieren, sondern biblisch einzuordnen und ihnen mit Wahrheit, Geduld und Barmherzigkeit zu begegnen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Wir sollten keine Angst vor Zweifeln haben. Aber wir sollten auch nicht bei ihnen stehen bleiben. Zweifel brauchen weder Verherrlichung noch Verdrängung. Sie brauchen Wahrheit, Gebet und Geschwister, die den Glaubensweg gemeinsam weitergehen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Genau darin liegt die Stärke dieses Buches: Es nimmt Zweifel ernst und führt sie zugleich dorthin, wo Glaube wachsen kann – zu Gott selbst.</p>




<p class="wp-block-paragraph"><em>Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.</em></p>
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://stats.jakobhaddick.de/piwik.php?idsite=2&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Fwenn-christen-zweifeln%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Dwenn-christen-zweifeln&amp;action_name=Wenn%20Christen%20zweifeln%3A%20Philip%20Ryken%20%C3%BCber%20einen%20ehrlichen%20Glauben&amp;urlref=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>Der Beitrag <a href="https://jakobhaddick.de/wenn-christen-zweifeln/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=wenn-christen-zweifeln">Wenn Christen zweifeln: Philip Ryken über einen ehrlichen Glauben</a> erschien zuerst auf <a href="https://jakobhaddick.de">Jakobs Blog</a>.</p>
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		<title>Gäste aufnehmen statt Gäste unterhalten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2026 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gemeinde & Leitung]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelium]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinde]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Nachfolge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gastfreundschaft beginnt nicht mit dem perfekten Abend, sondern mit einer offenen Tür. Warum gerade das unperfekte, echte Leben Gemeinschaft fördern kann.<img src="https://stats.jakobhaddick.de/piwik.php?idsite=2&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Fgastfreundschaft-leben%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Dgastfreundschaft-leben&amp;action_name=G%C3%A4ste%20aufnehmen%20statt%20G%C3%A4ste%20unterhalten&amp;urlref=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Manchmal genügt ein einziger Gedanke aus einem Buch, um eine festgefahrene Denkweise ins Wanken zu bringen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Ein solcher Gedanke aus <em>Kleine Routinen, große Wirkung</em> von Justin Whitmel Earley (siehe <a href="https://jakobhaddick.de/kleine-routinen-grosse-wirkung/">Buchvorstellung</a>) ist mir besonders nachgegangen. Sein Kapitel über Gastfreundschaft erinnert an etwas, das ich im Alltag schnell vergesse: Gastfreundschaft beginnt nicht erst dort, wo alles ordentlich, vorbereitet und vorzeigbar ist.</p>




<h2 class="wp-block-heading">Die Hürde ist oft höher als nötig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich merke selbst, wie schnell ich denke: Bevor wir jemanden einladen, müsste erst alles passen. Das Wohnzimmer sollte aufgeräumt sein, das Essen gut vorbereitet und die Kinder möglichst entspannt. Schließlich möchte man, dass sich die Gäste wohlfühlen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Vermutlich bin ich damit nicht allein.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Wir wollen unser Zuhause öffnen. Gleichzeitig möchten wir aber auch einen guten Eindruck machen. Und genau dadurch wird die Hürde manchmal höher, als sie sein müsste.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Nicht selten führt das dazu, dass wir lieber noch etwas warten. Wenn etwas mehr Ruhe eingekehrt ist. Wenn das Haus ordentlicher aussieht. Wenn wir mehr Zeit für die Vorbereitung haben.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Aber dieser Zeitpunkt kommt erstaunlich selten.</p>




<h2 class="wp-block-heading">Eine hilfreiche Unterscheidung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Earley beschreibt diese Spannung mit einer einfachen, aber hilfreichen Unterscheidung. Er zeigt, dass wir Gastfreundschaft leicht mit Unterhaltung verwechseln.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Wer Gäste unterhalten möchte, versucht einen möglichst gelungenen Abend zu gestalten. Das Zuhause soll schön aussehen, das Essen soll besonders sein und alles möglichst reibungslos funktionieren.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Natürlich ist daran nichts falsch. Es ist Ausdruck von Wertschätzung, wenn wir uns Mühe geben. Aber Gastfreundschaft erschöpft sich eben nicht darin.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Earley schreibt:</p>




<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Gastfreundschaft bedeutet einfach, seine Türen zu öffnen.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Und wenig später ergänzt er:</p>




<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Gastfreundschaft bedeutet, jemanden im Durcheinander willkommen zu heißen. Es bedeutet, jemanden in das Chaos einzuladen, denn dort findet das echte Familienleben statt.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Sätze entlasten mich.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Echte Gastfreundschaft bedeutet, Menschen an unserem echten Leben teilhaben zu lassen – nicht erst dann, wenn alles fertig, sauber und gut vorbereitet ist.</p>




<h2 class="wp-block-heading">Das echte Leben ist nicht perfekt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist das Essen einfacher als geplant. Vielleicht liegen noch Spielsachen im Wohnzimmer. Vielleicht wird ein Kind während des Essens laut oder jemand verschüttet sein Getränk.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Früher hätte ich wahrscheinlich gedacht: Hoffentlich hinterlässt das keinen schlechten Eindruck.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Heute frage ich mich eher: Warum eigentlich?</p>




<p class="wp-block-paragraph">Ist es nicht gerade hilfreich, wenn Menschen sehen, dass auch christliche Familien nicht perfekt sind? Dass wir ebenfalls müde sind, Geduld verlieren, nicht immer alles im Griff haben und trotzdem miteinander lachen, beten und Gemeinschaft leben?</p>




<p class="wp-block-paragraph">Echte Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen keine perfekte Inszenierung erleben, sondern ein ehrliches Zuhause.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Gastfreundschaft bedeutet nicht, dass andere sehen, wie gut wir alles im Griff haben. Sie bedeutet, dass wir unser Leben öffnen. Damit prägen wir auch die Kultur unserer Gemeinde (siehe dazu auch meinen <a href="https://jakobhaddick.de/warum-gemeinsames-leben-von-dietrich-bonhoeffer-mich-bis-heute-begleitet/">Artikel über <em>Gemeinsames Leben</em>)</a>. Wer erlebt, dass er im Unfertigen willkommen ist, findet vielleicht selbst leichter den Mut, andere nicht erst dann einzuladen, wenn alles perfekt aussieht.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Das Neue Testament ruft Christen auffallend selbstverständlich zur Gastfreundschaft auf (Röm 12,13; 1Petr 4,9). Das überrascht nicht: Gott selbst hat uns durch Jesus aufgenommen, obwohl wir ihm nichts vorweisen konnten. Wer das selbst erlebt hat, darf auch andere mit offenen Türen und offenen Herzen willkommen heißen.</p>




<h2 class="wp-block-heading">Einfach die Tür öffnen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein anderer Satz aus Earleys Buch ist mir ebenfalls hängen geblieben:</p>




<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Der Wunsch, dass alles perfekt ist, führt oft dazu, dass überhaupt nichts passiert.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, das trifft nicht nur auf Gastfreundschaft zu. Aber gerade dort merken wir es besonders deutlich. Wie schade wäre es, wenn Menschen nie an unserem Esstisch sitzen würden, weil wir auf den perfekten Zeitpunkt warten.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht braucht es gar kein besonderes Menü. Kein makelloses Zuhause. Keine perfekte Familie.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht braucht es einfach Menschen, die bereit sind, ihre Tür zu öffnen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Und vielleicht beginnt Gastfreundschaft genau dort: mit einem freien Stuhl an unserem Tisch.</p>
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://stats.jakobhaddick.de/piwik.php?idsite=2&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Fgastfreundschaft-leben%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Dgastfreundschaft-leben&amp;action_name=G%C3%A4ste%20aufnehmen%20statt%20G%C3%A4ste%20unterhalten&amp;urlref=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>Der Beitrag <a href="https://jakobhaddick.de/gastfreundschaft-leben/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=gastfreundschaft-leben">Gäste aufnehmen statt Gäste unterhalten</a> erschien zuerst auf <a href="https://jakobhaddick.de">Jakobs Blog</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Leiten, wenn man nicht verantwortlich ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jun 2026 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Leiterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nachfolge]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie übernimmt man Verantwortung, wenn man nicht die letzte Entscheidungsgewalt hat? Clay Scroggins zeigt praxisnah, wie Leitung durch Einfluss entsteht – nicht zuerst durch Positionen.<img src="https://stats.jakobhaddick.de/piwik.php?idsite=2&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Fleiten-wenn-man-nicht-verantwortlich-ist%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Dleiten-wenn-man-nicht-verantwortlich-ist&amp;action_name=Leiten%2C%20wenn%20man%20nicht%20verantwortlich%20ist&amp;urlref=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://jakobhaddick.de/leiten-wenn-man-nicht-verantwortlich-ist/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=leiten-wenn-man-nicht-verantwortlich-ist">Leiten, wenn man nicht verantwortlich ist</a> erschien zuerst auf <a href="https://jakobhaddick.de">Jakobs Blog</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em><a href="https://amzn.to/4uu6dX2">How to Lead When You’re Not in Charge</a></em> (<em>Affiliate-Link</em>) von Clay Scroggins gehört für mich seit Jahren zu den hilfreichsten Büchern über Leiterschaft. Es macht deutlich: Leitung beginnt nicht erst bei einer offiziellen Position.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Scroggins schreibt über Menschen, die Verantwortung übernehmen möchten, ohne selbst die letzte Entscheidungsgewalt zu haben. Es geht also weniger um Leitung durch Autorität als um Leitung durch Einfluss.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Leitung beginnt nicht erst mit einer Position</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Menschen verbinden Leitung vor allem mit einer bestimmten Rolle. Wer offiziell verantwortlich ist, leitet. Wer keine Position hat, arbeitet zu. Scroggins stellt diese Denkweise infrage.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Natürlich gibt es Entscheidungen, die nur Leiter treffen können. Autorität ist nichts Negatives. Aber echte Leitung erschöpft sich nicht in Entscheidungsgewalt. Menschen können eine Position haben und trotzdem kaum Einfluss ausüben. Andere prägen ihr Umfeld stark, obwohl sie keine besondere Stellung innehaben.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Das Buch fordert dazu heraus, nicht zuerst auf fehlende Möglichkeiten zu schauen, sondern auf die Verantwortung, die man bereits heute übernehmen kann. Gerade in Gemeinden ist das wichtig. Viele Mitarbeiter prägen eine Gemeinde erheblich, ohne offiziell eingesetzte Leiter zu sein – durch ihre Haltung, ihre Verlässlichkeit und ihre Bereitschaft zu dienen.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Führe dich selbst</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kern des Buches liegt im zweiten Teil. Scroggins beschreibt dort vier Verhaltensweisen, die Menschen helfen, Verantwortung zu übernehmen und Einfluss auszuüben. Die erste lautet: Führe dich selbst.</p>




<p class="wp-block-paragraph">In der Bibel wird die Wichtigkeit immer wieder deutlich. So fordert Paulus seinen Mitarbeiter Timotheus und auch die Ältesten in Ephesus dazu auf, zuerst auf sich selbst zu achten (1Tim 4,16; Apg 20,28). Selbstleitung meint Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen, in allen Bereichen. Wer sich selbst nicht führen kann, wird auf Dauer auch andere nicht gesund führen können.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Praktisch wird das dort, wo man ehrlich auf das eigene Leben schaut: Wie gehe ich mit meiner Zeit um? Wo brauche ich Korrektur? Welche Gewohnheiten helfen mir geistlich – und welche schaden mir? Scroggins betont außerdem, wie wichtig Rückmeldungen anderer Menschen sind. Gute Leiter lernen, nicht nur andere zu beurteilen, sondern auch selbst korrigierbar zu bleiben.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Entscheide dich für eine positive Grundeinstellung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die zweite Verhaltensweise beschreibt Scroggins als bewusste Entscheidung für eine positive Grundhaltung. Damit ist keine oberflächliche Fröhlichkeit gemeint. Probleme sollen nicht verdrängt oder schöngeredet werden.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Menschen ohne letzte Entscheidungsgewalt erleben zwangsläufig Situationen, die frustrieren können: Ideen werden nicht aufgegriffen, Entscheidungen anders getroffen als erhofft oder man fühlt sich übergangen. In solchen Situationen zeigt sich, ob jemand wirklich reif führt.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Wer innerlich bitter wird, verliert meist auch seinen positiven Einfluss auf andere. Wer dagegen konstruktiv bleibt, obwohl nicht alles nach den eigenen Vorstellungen läuft, prägt sein Umfeld oft stärker, als ihm selbst bewusst ist. Praktisch bedeutet das: nicht ständig über Leiter oder Strukturen zu klagen, sondern bewusst nach Wegen zu suchen, wie man hilfreich handeln kann. Paulus war darin ein starkes Vorbild. Selbst in schwierigen Umständen blieb sein Blick auf Gottes Wirken gerichtet (Phil 1,12-18).</p>




<h3 class="wp-block-heading">Denke kritisch</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders hilfreich finde ich Scroggins’ Unterscheidung zwischen „kritisch denken“ und „kritisch sein“. Gemeinden brauchen Menschen, die mitdenken, Probleme erkennen und Verbesserungspotential sehen. Wer nie kritisch denkt, wird kaum helfen, Dinge weiterzuentwickeln.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Aber kritisch zu denken ist etwas anderes als eine kritische Grundhaltung zu pflegen. Kritische Menschen bewerten vor allem andere. Menschen, die kritisch denken, suchen nach Lösungen und überlegen, wie Dinge besser werden können.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Praktisch heißt das zum Beispiel: nicht nur Probleme benennen, sondern konkrete Lösungsvorschläge mitbringen. Oder nicht nur bewerten, sondern bereit sein mitzuhelfen. Scroggins formuliert zugespitzt: Gib Menschen keine „Note“, sondern eine „helfende Hand“.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Lass Passivität keine Option sein</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die vielleicht wichtigste Aussage des Buches lautet: Passivität darf keine Option sein. Wer nicht verantwortlich ist, kann sich leicht zurückziehen. Man wartet ab, beobachtet oder sagt innerlich: „Dafür bin ich nicht zuständig.“ Genau dieser Haltung widerspricht Scroggins deutlich. Er ermutigt dazu, Probleme nicht nur wahrzunehmen, sondern Verantwortung dafür zu übernehmen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Räume den „Schrank“ auf, um den sich sonst niemand kümmert – im wörtlichen oder übertragenen Sinn. Bereite Besprechungen gut vor. Denke Ideen weiter. Suche nach Lösungen. Nicht, um Aufmerksamkeit zu bekommen, sondern weil Leitung mit Verantwortung beginnt. Gerade Gemeindearbeit lebt stark von solchen Menschen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Hilfreich finde ich dabei auch Scroggins’ Hinweis, Denkzeiten einzuplanen. Wer nur von Aufgabe zu Aufgabe hetzt, reagiert oft nur noch. Leiter brauchen Zeiten, um Dinge bewusst zu durchdenken, Probleme vorzubereiten und Lösungen zu entwickeln. Das wirkt unscheinbar, prägt aber oft stärker als spontane Aktivität.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Für wen ist das Buch hilfreich?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Buch richtet sich besonders an aktive Mitarbeiter, die Verantwortung übernehmen möchten, ohne bereits eine hohe Leitungsposition zu haben. Deshalb eignet es sich gut für Jugendleiter oder Bereichsleiter.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig profitieren auch erfahrene Leiter davon. Denn die Grundfragen bleiben dieselben: Führe ich mich selbst gut? Wie gehe ich mit Frustration um? Denke ich konstruktiv? Werde ich passiv, wenn Dinge nicht nach meinen Vorstellungen laufen?</p>




<p class="wp-block-paragraph">Wer tiefer in aktuelle Fragen verantwortlicher Leitung einsteigen möchte, für den könnte auch Scroggins’ späteres Buch <em>The Aspiring Leader’s Guide to the Future</em> interessant sein, das ich <a href="https://jakobhaddick.de/the-aspiring-leaders-guide-to-the-future/">vor einiger Zeit ebenfalls vorgestellt</a> habe.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Fazit</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><em><a href="https://amzn.to/4uu6dX2">How to Lead When You’re Not in Charge</a></em> (<em>Affiliate-Link</em>) gehört für mich weiterhin zu den besten Büchern über Leitung durch Einfluss. Es hilft dabei, Verantwortung nicht an Positionen zu knüpfen, sondern an Charakter, Haltung und Dienstbereitschaft.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Gemeinden brauchen solche Menschen: Mitarbeiter, die nicht passiv warten, sondern treu Verantwortung übernehmen – auch ohne Titel oder besondere Sichtbarkeit. Genau das macht dieses Buch so wertvoll.</p>




<p class="wp-block-paragraph"><em>Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen über den Amazon-Link.</em></p>
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		<title>Wenn Mittel zum Zweck werden – wie Gemeinden ihr Zentrum verlieren können</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Apr 2026 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gemeinde & Leitung]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelium]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinde]]></category>
		<category><![CDATA[Leiterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nachfolge]]></category>
		<category><![CDATA[Organisation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie können Gemeinden ihr Zentrum verlieren, ohne es zu merken? Dieser Beitrag zeigt, warum Mittel leicht zum Zweck werden – und wie das Evangelium neu ins Zentrum rückt.<img src="https://stats.jakobhaddick.de/piwik.php?idsite=2&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Fwenn-mittel-zum-zweck-werden%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Dwenn-mittel-zum-zweck-werden&amp;action_name=Wenn%20Mittel%20zum%20Zweck%20werden%20%E2%80%93%20wie%20Gemeinden%20ihr%20Zentrum%20verlieren%20k%C3%B6nnen&amp;urlref=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://jakobhaddick.de/wenn-mittel-zum-zweck-werden/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=wenn-mittel-zum-zweck-werden">Wenn Mittel zum Zweck werden – wie Gemeinden ihr Zentrum verlieren können</a> erschien zuerst auf <a href="https://jakobhaddick.de">Jakobs Blog</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">In seinem Buch <a href="https://amzn.to/4tb0MMd"><em>Organisationen: Eine sehr kurze Einführung</em></a> (<em>Affiliate-Link</em>) beschreibt Stefan Kühl ein Phänomen, das zunächst sehr abstrakt wirkt, das aber viele von uns kennen dürften – besonders dann, wenn eine Gemeinde ihr Zentrum verliert, ohne es zu merken.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">In der Tradition einer zweckrationalen Sichtweise von Organisationen dienen Mittel dazu, den Zweck einer Organisation zu erreichen. In der Praxis gewinnen die Mittel jedoch oft eine eigene Qualität. Die Zwecke, für die die Mittel ursprünglich einmal entwickelt wurden, werden vergessen und an den Mitteln wird mit einem solchen Enthusiasmus festgehalten, als ob sie der Zweck der Organisation selbst wären. […] Das Zusammentreffen in kirchlichen Jugendgruppen, in Seniorentreffs, in Gemeindehäusern und im postgottesdienstlichen Kaffeeklatsch ist dann irgendwann nicht mehr Teil der Lobpreisung Gottes im Sinne eines „Wenn zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind“, sondern die Pflege der Geselligkeit wird zum Hauptinhalt der Gemeindearbeit. Solche Zweck-Mittel-Verdrehungen vollziehen sich schleichend, sodass sie von den Organisationen selbst häufig kaum wahrgenommen werden.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kern des Gedankens ist einfach: Mittel werden zu Zwecken. Was ursprünglich helfen sollte, wird selbst zum Maßstab. Genau diese Verschiebung lässt sich auch im geistlichen Kontext beobachten – Kühl weist im zitierten Abschnitt selbst darauf hin. Und gerade darin liegt die Gefahr: Nicht nur Abläufe verselbstständigen sich, sondern das eigentliche Zentrum kann aus dem Blick geraten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Auftrag der Gemeinde</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Auftrag der Gemeinde ist im Neuen Testament klar verankert. Jesus sagt: „Wie der Vater mich gesandt hat, sende ich auch euch“ (Joh 20,21). Gemeinde lebt von diesem Gesandtsein und hat ihren Ursprung nicht in sich selbst, sondern im Handeln Gottes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zentrum dieses Auftrags steht das Evangelium selbst: Christus ist für unsere Sünden gestorben und am dritten Tag auferweckt worden (1Kor 15,3–4). Karfreitag und Ostern bilden damit den Kern dessen, was Gemeinde trägt. Von hier her versteht sich alles, was sie ist und tut.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wenn Mittel ihre Funktion verlieren</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wie jede Organisation braucht auch eine Gemeinde Mittel, um ihr Ziel zu erreichen. Gleichzeitig zeigt sich: Genau diese Mittel können sich vom ursprünglichen Zweck lösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann wird ein Angebot, das geistliches Wachstum fördern sollte, zum Selbstzweck. Gemeinschaft wird gepflegt, verliert aber ihren Bezug zum Evangelium. Entscheidungen orientieren sich stärker an Abläufen, Erwartungen und dem, was sich eingespielt hat, als am eigentlichen Auftrag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was einmal sinnvoll war, bleibt bestehen – aber die Frage nach seinem Zweck tritt in den Hintergrund.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eine geistliche Herausforderung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Entwicklung ist nicht nur organisatorisch, sondern geistlich bedeutsam. Denn der Auftrag der Gemeinde ist untrennbar mit dem Evangelium verbunden. Wenn diese Verbindung schwächer wird, bleibt vieles äußerlich intakt – aber die innere Ausrichtung verändert sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei betrifft das nicht nur Strukturen, sondern auch die persönliche Ebene. Die Botschaft von Kreuz und Auferstehung ist nicht nur Inhalt der Verkündigung, sondern Grundlage des eigenen Glaubens. Wo diese Mitte verblasst, entsteht leicht ein Christsein, das funktioniert, aber nicht mehr vom Evangelium her lebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So kann viel geschehen – und doch das Entscheidende aus dem Blick geraten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Karfreitag und Ostern als notwendige Erinnerung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade die großen christlichen Feiertage wirken hier wie eine Korrektur. Karfreitag erinnert daran, dass alles mit dem Kreuz beginnt. Ostern macht deutlich, dass Gemeinde aus der Kraft der Auferstehung lebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beides zusammen rückt den Mittelpunkt neu ins Licht. Es geht nicht zuerst darum, dass Gemeinde funktioniert, sondern dass sie von Christus her geprägt ist. Diese Perspektive stellt unausweichlich die Frage, ob das eigene Handeln noch von diesem Zentrum bestimmt ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Anwendung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hilfreich ist es, die eigene Gemeindepraxis gelegentlich bewusst zu hinterfragen. Nicht alles muss infrage gestellt werden, aber die Frage nach dem Zweck sollte wachgehalten werden: Wozu dient das, was wir tun – und dient es diesem Zweck noch wirklich?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso wichtig ist die persönliche Verankerung im Evangelium. Der Auftrag der Gemeinde bleibt nur lebendig, wenn er im eigenen Glauben verankert ist. Das bedeutet, sich selbst immer wieder neu der Botschaft von Kreuz und Auferstehung auszusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich gehört auch die Bereitschaft dazu, Dinge zu verändern. Treue zeigt sich nicht im Festhalten an Gewohntem, sondern im Festhalten am Auftrag.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Fazit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinden verlieren ihr Zentrum selten durch bewusste Abkehr. Oft geschieht es schleichend – so, dass eine Gemeinde ihr Zentrum verliert, ohne es zu merken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> Mittel sind notwendig – aber sie bleiben Mittel. Der Auftrag ist klar: Menschen mit dem Evangelium zu erreichen und im Glauben zu fördern.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Weiterdenken</h3>



<p class="wp-block-paragraph">1.	Ist bei dem, was wir als Gemeinde tun, noch klar erkennbar, welchem Zweck es dient?</p>



<p class="wp-block-paragraph">2.	Welche Angebote, Strukturen oder Abläufe laufen gut, haben sich aber vielleicht vom eigentlichen Auftrag gelöst?</p>



<p class="wp-block-paragraph">3.	Wo brauche ich selbst neu die Ausrichtung auf das Evangelium – nicht nur als Botschaft für andere, sondern für mich?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen über den Amazon-Link.</em></p>
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		<title>Jesus als Philosoph – wie Jonathan Penningtons Buch den Glauben neu erschließt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Mar 2026 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Apologetik]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelium]]></category>
		<category><![CDATA[Nachfolge]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jesus nur als Retter – oder auch als Lehrer für ein gutes Leben? Dieses Buch zeigt, wie der christliche Glaube die großen Fragen des Menschseins überzeugend beantwortet.<img src="https://stats.jakobhaddick.de/piwik.php?idsite=2&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Fjesus-als-philosoph-wie-jonathan-penningtons-buch-den-glauben-neu-erschliesst%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Djesus-als-philosoph-wie-jonathan-penningtons-buch-den-glauben-neu-erschliesst&amp;action_name=Jesus%20als%20Philosoph%20%E2%80%93%20wie%20Jonathan%20Penningtons%20Buch%20den%20Glauben%20neu%20erschlie%C3%9Ft&amp;urlref=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://jakobhaddick.de/jesus-als-philosoph-wie-jonathan-penningtons-buch-den-glauben-neu-erschliesst/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=jesus-als-philosoph-wie-jonathan-penningtons-buch-den-glauben-neu-erschliesst">Jesus als Philosoph – wie Jonathan Penningtons Buch den Glauben neu erschließt</a> erschien zuerst auf <a href="https://jakobhaddick.de">Jakobs Blog</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Jonathan Penningtons <a href="https://amzn.to/48hEEXM"><em>Jesus the Great Philosopher</em></a> (<em>Affiliate-Link</em>) zeigt eindrücklich, dass der christliche Glaube weit mehr zu bieten hat, als nur den Weg in den Himmel aufzuzeigen. Das Buch macht deutlich, dass die Bibel Antworten auf die grundlegenden Fragen des Menschseins gibt – und damit weiterführt als jede philosophische Schule. Dabei gelingt es Pennington, andere Denksysteme fair darzustellen und zugleich ihre Grenzen sichtbar zu machen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Besonders hilfreich ist die Verbindung von theologischer Tiefe und konkreter Lebensrelevanz. Das Buch weitet den Blick auf das Evangelium und hilft, es als tragfähige Wahrheit für das ganze Leben zu verstehen. Für alle, die ihren Glauben vertieft durchdenken und besser mit dem Alltag verbinden wollen, eine klare Empfehlung.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Anliegen und Kontext</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Jonathan Pennington ist ein Autor, den ich seit Jahren sehr schätze. Mehrere seiner Bücher haben mein Denken geprägt und <a href="https://jakobhaddick.de/beste-buecher-aus-2018/">gehören zu den hilfreichsten, die ich gelesen habe￼</a>. Auch <a href="https://jakobhaddick.de/was-ich-aktuell-hore/">seine Predigten</a> verfolge ich regelmäßig, weil sie biblische Substanz mit kultureller Sensibilität und praktischer Relevanz verbinden￼. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an dieses Buch.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Pennington verfolgt das Ziel, Jesus als Weisheitslehrer sichtbar zu machen, ohne ihn auf eine Stufe mit anderen Philosophen zu stellen. Er zeigt, dass Jesus – ebenso wie die biblischen Autoren insgesamt – die Fragen aufgreift, die Menschen schon immer beschäftigt haben, darauf aber Antworten gibt, die weiterführen. Damit korrigiert er ein verkürztes Verständnis des Evangeliums, das sich häufig auf das Jenseits beschränkt.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Inhaltliche Zusammenfassung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Blick in die Struktur des Buches zeigt, wie breit Pennington das Thema anlegt. Er greift die großen Fragen des Lebens auf und führt dabei immer wieder auch in klassische philosophische Ansätze ein. So wird sichtbar, wie Menschen zu allen Zeiten nach Wahrheit, Glück und einem guten Leben suchen. Besonders der Stoizismus wird dabei als ein durchdachter und in sich stimmiger Ansatz gewürdigt, der viele treffende Beobachtungen macht.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Im Zentrum steht jedoch durchgehend die Frage, wie die Bibel – und besonders Jesus – diese Grundfragen beantwortet. In den Abschnitten über die „großen Ideen“ des Alten und Neuen Testaments arbeitet Pennington heraus, dass der christliche Glaube ein tragfähiges Verständnis von Wirklichkeit, Wahrheit und gutem Leben bietet. Darauf aufbauend vertieft er einzelne Lebensbereiche wie Emotionen, Beziehungen und das Streben nach Glück und zeigt, wie konkret und lebensnah die biblische Perspektive hier ist.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Stärken des Buches</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Eine besondere Stärke liegt in der Ausgewogenheit der Darstellung. Pennington nimmt andere philosophische Traditionen ernst und würdigt ihre Einsichten, ohne dabei ihre Grenzen zu verschweigen. Das macht seine Argumentation glaubwürdig und anschlussfähig – gerade auch im Gespräch mit Menschen außerhalb der Gemeinde.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Zugleich überzeugt die klare Verbindung von Theologie und Lebenspraxis. Das Buch bleibt nicht auf einer abstrakten Ebene stehen, sondern zeigt, wie die Lehre Jesu konkret in das Leben hineinwirkt. Dadurch wird deutlich, dass das Evangelium nicht nur wahr ist, sondern auch tragfähig für den Alltag.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Schwächen und Grenzen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">An einigen Stellen bleibt die Darstellung bewusst auf einer eher überblicksartigen Ebene. Wer eine tiefgehende philosophische Auseinandersetzung erwartet, wird sich gelegentlich mehr analytische Tiefe wünschen. Das ist allerdings auch eine Folge des Ansatzes, ein breiteres Publikum erreichen zu wollen.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Eine gewisse Spannung liegt zudem im Begriff „Philosoph“. Auch wenn Pennington ihn sorgfältig einordnet, könnte er missverstanden werden. Entscheidend ist deshalb, den roten Faden des Buches im Blick zu behalten: Jesus wird nicht relativiert, sondern als die letztgültige Antwort auf die Fragen dargestellt, die Philosophen nur teilweise beantworten können.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Nutzen für die Gemeindepraxis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Gemeindearbeit liegt der große Gewinn dieses Buches darin, den Blick zu weiten. Es hilft, das Evangelium nicht nur als Rettungsbotschaft zu verstehen, sondern als umfassende Orientierung für das Leben. Das kann Predigten vertiefen und Gespräche mit Suchenden bereichern.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Gerade im Kontakt mit Menschen, die nicht primär nach „Erlösung“, sondern nach einem guten Leben fragen, eröffnet das Buch hilfreiche Anknüpfungspunkte. Es zeigt, dass der christliche Glaube genau dort Antworten hat, wo viele heutige Lebensentwürfe an ihre Grenzen stoßen.</p>




<h3 class="wp-block-heading">Fazit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Pennington gelingt es, eine wichtige Perspektive neu ins Bewusstsein zu rücken: Jesus ist nicht nur Retter, sondern auch der Lehrer eines wirklich guten Lebens. Das Buch fordert heraus, das eigene Verständnis vom Evangelium zu überprüfen und zu erweitern.</p>




<p class="wp-block-paragraph">Zusammengefasst: Wenn du deinen Glauben tiefer durchdenken und stärker mit dem Leben verbinden willst, ist <a href="https://amzn.to/48hEEXM"><em>Jesus the Great Philosopher</em></a> (<em>Affiliate-Link</em>),  eine sehr lohnende Lektüre.</p>




<p class="wp-block-paragraph"><em>Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen über den Amazon-Link.</em></p>
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		<title>Gemeinde-Mitgliedschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2026 14:56:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinde]]></category>
		<category><![CDATA[Leiterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nachfolge]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gemeinde ist mehr als ein Besuchsort. Warum verbindliche Mitgliedschaft biblisch dazugehört.<img src="https://stats.jakobhaddick.de/piwik.php?idsite=2&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Fgemeinde-mitgliedschaft%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Dgemeinde-mitgliedschaft&amp;action_name=Gemeinde-Mitgliedschaft&amp;urlref=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Jonathan Leemans Buch <em><a href="https://amzn.to/3OWBVfD">Gemeinde-Mitgliedschaft</a></em> (<em>Affiliate-Link</em>) ist ein kompaktes, biblisch fundiertes und zugleich sehr praktisches Plädoyer für verbindliche Zugehörigkeit zur Ortsgemeinde. In einer Zeit wachsender Unverbindlichkeit trifft es einen empfindlichen Punkt. Leeman argumentiert klar und nachvollziehbar. In einzelnen Fragen – besonders bei Taufe und Abendmahl – bleiben für mich jedoch offene Punkte. Insgesamt ist es ein starkes und empfehlenswertes Buch.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Anliegen &amp; Kontext</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Christen verstehen ihren Glauben stark persönlich, aber wenig verbindlich. Gemeinde wird besucht, jedoch nicht selbstverständlich als geistliche Heimat mit klarer Zugehörigkeit gelebt. Leeman widerspricht dieser Entwicklung. Er zeigt, dass Gemeindemitgliedschaft kein organisatorisches Detail ist, sondern zum Wesen neutestamentlicher Gemeinde gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jonathan Leeman ist Präsident von 9Marks und Ältester einer Baptistengemeinde im Raum Washington, D.C. Auf Deutsch sind neben <em>Gemeinde-Mitgliedschaft</em> auch <em><a href="https://amzn.to/4787lWB">Gemeindezucht</a></em> (<em>Affiliate-Link</em>) sowie (mit Collin Hansen) <em><a href="https://amzn.to/4r1qXTl">Gemeinde wiederentdecken</a></em> (<em>Affiliate-Link</em>) erschienen. Seine Bücher verfolgen ein gemeinsames Anliegen: gesunde Gemeinden durch biblische Klarheit zu stärken. Leeman schreibt aus einem kongregationalistisch-baptistischen Kontext, was seine Argumentation deutlich prägt. Leser anderer Traditionen werden aber ebenfalls davon profitieren, wie es z. B. das Vorwort von Michael Horton deutlich macht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Gemeinde als Botschaft des Reiches Gottes</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Leeman beschreibt die Ortsgemeinde als „Botschaft“ des Reiches Gottes in einer fremden Welt. Sie repräsentiert das kommende Reich Gottes und bestätigt öffentlich, wer zu diesem Reich gehört:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Die Botschaft ist eine Institution, die ein Land innerhalb eines anderen Landes repräsentiert.“ (S.23)</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinde ist daher nicht primär Verein oder freiwillige Interessengemeinschaft, sondern sichtbare Versammlung unter der Herrschaft Jesu. Entsprechend definiert er sie als Gruppe von Christen, die sich regelmäßig versammelt, sich durch die Predigt ausrichten lässt und sich durch Taufe und Abendmahl die Zugehörigkeit zu Christus offiziell bestätigt (S.46).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mitgliedschaft bedeutet für Leeman eine formelle Beziehung: Die Gemeinde bestätigt die Nachfolge eines Menschen, und dieser ordnet sich bewusst ihrer geistlichen Fürsorge unter.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Verantwortung der ganzen Gemeinde</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Leeman versteht die „Schlüsselgewalt“ (vgl. Mt 16,19; 18,18) als Autorität der Gemeinde, das Bekenntnis und Leben eines Menschen als echt anzuerkennen – oder im Extremfall nicht länger anerkennen zu können. Die letzte Verantwortung liegt dabei nicht allein bei den Ältesten, sondern bei der versammelten Gemeinde. Die Leiter führen und lehren, doch die Gemeinde trägt gemeinsam die Verantwortung für Aufnahme und gegebenenfalls Ausschluss. Hier wird sein kongregationalistisches Gemeindeverständnis deutlich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Taufe, Abendmahl und Gemeindezucht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Konsequent ist Leeman bei der Taufe: Wer nicht als Gläubiger getauft ist, kann kein Mitglied werden. Mitgliedschaft setzt daher nicht nur die Anerkennung als Christ voraus, sondern auch ein gemeinsames Taufverständnis. Diese Linie ist in sich schlüssig, wirft aber Fragen auf, wenn Christen unterschiedlicher Prägung gemeinsam Gemeinde bauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Abendmahl betont Leeman stark die bestätigende Funktion der Gemeinde. Ich würde hier stärker das gemeinsame Bekenntnis der Gläubigen hervorheben, die durch Christus gerecht gesprochen wurden und als ein Leib zusammengehören (vgl. 1Kor 10,16–17). Die Differenz liegt weniger im Ziel als in der theologischen Akzentsetzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch beim Thema Gemeindezucht bleibt Leeman klar: Formelle Gemeindezucht ist nur dort angebracht, wo eine Gemeinde das christliche Bekenntnis einer Person nicht länger bestätigen kann. Sie dient nicht der Machtausübung, sondern dem Schutz der Gemeinde und der Ehre Christi.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Stärken</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stärke des Buches liegt in seiner theologischen Klarheit und praktischen Verständlichkeit. Leeman argumentiert konsequent vom Neuen Testament her und zieht nachvollziehbare Konsequenzen. Zugleich bleibt das Buch zugänglich und anwendungsbezogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders wertvoll ist sein Korrektiv gegen eine konsumorientierte Gemeindekultur. Christsein ist nach neutestamentlichem Verständnis niemals nur privat. Gemeinde ist konkret, sichtbar und verantwortliche Gemeinschaft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Grenzen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Leeman argumentiert konsequent aus einem baptistischen und kongregationalistischen Gemeindeverständnis heraus. Diese Position ist in sich stimmig, wird jedoch weitgehend vorausgesetzt. Wie mit Christen umzugehen ist, die ein anderes Taufverständnis haben und dennoch als wiedergeborene Gläubige anerkannt werden, wird kaum vertieft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnlich verhält es sich beim Abendmahlsverständnis. Die starke Betonung der bestätigenden Funktion der Gemeinde wird nicht jede theologische Tradition in gleicher Weise teilen. Hier hätte ich mir stellenweise mehr Differenzierung gewünscht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Punkte mindern den Wert des Buches nicht. Sie zeigen jedoch, dass seine Schlussfolgerungen im jeweiligen theologischen Kontext sorgfältig geprüft werden sollten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bedeutung für die Gemeindepraxis</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://amzn.to/3OWBVfD">Gemeinde-Mitgliedschaft</a> (<em>Affiliate-Link</em>) hilft, Gemeinde nicht organisatorisch, sondern theologisch zu verstehen. Es schärft das Bewusstsein für Verantwortung, Zugehörigkeit und geistliche Aufsicht. Besonders dort, wo Mitgliedschaft eher locker gehandhabt wird, kann das Buch wichtige Klärungsprozesse anstoßen. Es eignet sich gut für Gespräche im Leitungsteam oder als gemeinsame Lektüre in einer Gemeinde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer sich ergänzend mit der Frage beschäftigen möchte, wie verbindliche Zugehörigkeit praktisch gelebt wird – gerade auch im Umgang mit schwierigen Menschen –, findet in <a href="https://jakobhaddick.de/du-nervst-warum-gott-schwierige-menschen-in-deine-gemeinde-stellt/">meinem Beitrag zu Jamie Dunlops Buch „Du nervst“</a> eine hilfreiche Vertiefung. Struktur und Herz gehören zusammen: Mitgliedschaft schafft den Rahmen, Liebe und Einheit füllen ihn mit Leben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Fazit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Leemans zentrales Anliegen überzeugt: Gemeinde ist die sichtbare Versammlung unter der Herrschaft Jesu. Wer sich zu Christus bekennt, gehört verbindlich zu seinem Volk.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht in allen Detailfragen würde ich Leeman folgen. Doch sein Kernimpuls ist wichtig und heilsam – gerade in einer Zeit, in der Verbindlichkeit schnell als Zumutung empfunden wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen über den Amazon-Link.</em></p>
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://stats.jakobhaddick.de/piwik.php?idsite=2&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Fgemeinde-mitgliedschaft%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Dgemeinde-mitgliedschaft&amp;action_name=Gemeinde-Mitgliedschaft&amp;urlref=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>Der Beitrag <a href="https://jakobhaddick.de/gemeinde-mitgliedschaft/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=gemeinde-mitgliedschaft">Gemeinde-Mitgliedschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://jakobhaddick.de">Jakobs Blog</a>.</p>
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		<title>Wie Leiter gute Bücher auswählen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 15:08:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gemeinde & Leitung]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Leiterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nachfolge]]></category>
		<category><![CDATA[Podcasts]]></category>
		<category><![CDATA[Produktivität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie wählen Leiter gute Bücher aus? Ein Podcast-Impuls über hilfreiche Kriterien – und warum manche prägende Lektüre sich nicht sofort anwenden lässt.<img src="https://stats.jakobhaddick.de/piwik.php?idsite=2&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Fwie-leiter-gute-bucher-auswahlen%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Dwie-leiter-gute-bucher-auswahlen&amp;action_name=Wie%20Leiter%20gute%20B%C3%BCcher%20ausw%C3%A4hlen&amp;urlref=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wer als Leiter wachsen will, kommt am Lesen nicht vorbei. Oder allgemeiner gesagt: an der bewussten Auseinandersetzung mit guten Ressourcen. Leiterschaft steht auch im Fokus des <em>How to Lead-Podcasts</em>. Von einem der beiden Moderatoren, Clay Scroggins, habe ich erst kürzlich <a href="https://jakobhaddick.de/the-aspiring-leaders-guide-to-the-future/">ein Leiterschaftsbuch vorgestellt</a>. In diesem Zusammenhang bin ich auch auf seinen Podcast gestoßen. In einer <a href="https://www.clayscroggins.com/podcast-episodes/eeyjunwouuripj10gbt5yh884w7tsn">aktuellen Folge</a> bringt Scroggins eine Beobachtung nüchtern auf den Punkt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Ich habe noch keinen erfolgreichen Leiter kennengelernt, der nicht regelmäßig gute Ressourcen konsumiert.“ (Clay Scroggins)</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Reife Leiter wachsen nicht zufällig. Sie lassen sich prägen – durch Bücher, Gespräche, Podcasts, Vorbilder. Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, ob wir lesen, sondern wie wir auswählen, was uns formt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vier hilfreiche Fragen zur Buchauswahl</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In der Podcast-Folge stellen die beiden Gastgeber, Adam Tarnow und Clay Scroggins, vier Leitfragen vor, die bei der Auswahl von Büchern helfen sollen:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Löst dieses Buch ein konkretes Problem, das ich aktuell habe?</li>



<li>Stammt es von jemandem, den ich respektiere oder von dem ich lernen möchte?</li>



<li>Kann ich das Gelesene zeitnah anwenden?</li>



<li>Fordert mich das Buch heraus – oder bestätigt es nur, was ich ohnehin denke?<br></li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Fragen sind ausgesprochen hilfreich. Sie schützen vor ziellosem Konsum und helfen, Lernen stärker mit dem eigenen Alltag zu verbinden – gerade in Leitungsverantwortung, wo Zeit und Aufmerksamkeit begrenzt sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wenn prägende Bücher nicht praktisch sind</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig wird im Podcast deutlich, dass sich hilfreiche Bücher nicht immer in ein solches Raster pressen lassen. Scroggins nennt etwa die Biografie von Jim Elliot, <em>Im Schatten des Allmächtigen</em>, als ein für ihn prägendes Buch. Bei dieser Art von Lektüre wird es schwerfallen, zumindest die erste und die dritte Frage im Vorfeld positiv zu beantworten – und doch beschreibt Scroggins das Buch als tief prägend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade Biografien oder theologisch geprägte Texte entfalten ihre Wirkung oft zeitverzögert. Sie lassen sich nicht einfach „anwenden“, sondern arbeiten leise im Hintergrund – manchmal über Jahre. Von daher wäre ich zurückhaltend, dieses Raster als bindend zu verstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vier Fragen sind hilfreiche Filter. Sie unterstützen bei der Auswahl, ersetzen jedoch nicht geistliches Urteilsvermögen. Manche Bücher erfüllen nur einzelne dieser Kriterien und sind dennoch langfristig fruchtbarer als manch hochpraktisches Handbuch.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Fazit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die vier Fragen aus dem Podcast sind ein wertvolles Raster für bewusste Lektüre. Sie schützen vor Ziellosigkeit und Beliebigkeit. Zugleich zeigen die eigenen Beispiele der Podcast-Partner, dass prägende Bücher nicht immer praktisch oder eindeutig nützlich sein müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer geistlich und leitend wachsen will, braucht beides: Bücher, die konkret helfen, und Bücher, die tiefer ausrichten. Gute Lektüre tut manchmal sofort gut – und manchmal erst mit Abstand.</p>
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://stats.jakobhaddick.de/piwik.php?idsite=2&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Fwie-leiter-gute-bucher-auswahlen%2F%3Fpk_campaign%3Dfeed%26pk_kwd%3Dwie-leiter-gute-bucher-auswahlen&amp;action_name=Wie%20Leiter%20gute%20B%C3%BCcher%20ausw%C3%A4hlen&amp;urlref=https%3A%2F%2Fjakobhaddick.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" /><p>Der Beitrag <a href="https://jakobhaddick.de/wie-leiter-gute-bucher-auswahlen/?pk_campaign=feed&#038;pk_kwd=wie-leiter-gute-bucher-auswahlen">Wie Leiter gute Bücher auswählen</a> erschien zuerst auf <a href="https://jakobhaddick.de">Jakobs Blog</a>.</p>
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