Predigtfolien mit ChatGPT: Eine Vorlage, wenig Text und passende Bilder

Mit einer wiederverwendbaren Vorlage erstelle ich in ChatGPT zurückhaltende Predigtfolien mit passenden Bildern und bearbeitbaren Texten. Ich zeige meinen Ablauf, gebe konkrete Beispielanfragen und erläutere, wie die Folien die Predigt unterstützen können.

Eine Predigtpräsentation soll beim Zuhören helfen. Ein gut lesbarer Bibeltext, ein prägnanter Hauptgedanke oder ein passendes Bild können dazu beitragen. Gleichzeitig möchte ich möglichst wenig Zeit damit verbringen, Textfelder zurechtzurücken und für jede Predigt ein neues Design zu entwickeln.

Im März 2025 habe ich darüber geschrieben, wie ich Predigtpräsentationen mit Gamma erstelle. Das Werkzeug habe ich über ein Jahr lang verwendet. Inzwischen arbeite ich dafür mit ChatGPT. Besonders hilfreich ist für mich eine wiederverwendbare Vorlage, in der sich passende Hintergrundbilder mit bearbeitbaren Texten verbinden lassen.

Was meine Folien leisten sollen

Meine Folien sollen zentrale Aussagen sichtbar machen und der Gemeinde helfen, dem Gedankengang zu folgen. Ausführliche Erklärungen, zusätzliche Begründungen und viele Anwendungen bleiben in meinen Predigtnotizen. Die leitende Frage lautet: Was müssen die Zuhörer an dieser Stelle sehen oder lesen?

Ein wichtiger Bibeltext gehört vielleicht auf die Leinwand. Eine Nebenbemerkung braucht keine eigene Folie. Dass die Präsentation für sich genommen nicht alles erklärt, ist dabei völlig in Ordnung. Die Folien sollen die gesprochene Predigt nur unterstützen.

Einmal eine gute Vorlage entwickeln

Die Grundlage meines Vorgehens ist eine PowerPoint-Vorlage mit einem festen Foliendesign. Für meine Predigt über Offenbarung 4–5 zum Thema „Gott ehren“ habe ich eine eigene, wiederverwendbare Gestaltung entwickelt: dunkles Petrol, warme Goldtöne, helle Schrift und großzügige freie Flächen.

Bei den Farben habe ich mich an einem Gemeindeflyer orientiert. Hat deine Gemeinde ein Logo, festgelegte Farben oder andere gestaltete Materialien, kannst du diese als Ausgangspunkt verwenden. Lade beispielsweise den Flyer hoch und bitte ChatGPT, daraus ein Farbschema für die Folien vorzuschlagen. Ich bin selbst kein großer Grafiker. Gerade bei solchen Entscheidungen hilft mir die Unterstützung. Ohne vorhandenes Gemeindedesign kannst du dir zwei oder drei Gestaltungsvorschläge mit wenigen Farben und einer gut lesbaren Schrift machen lassen und einen auswählen.

Die Vorlage enthält verschiedene Musterfolien, etwa für Hauptgedanken, Bibeltexte und Zitate. Inzwischen habe ich auch schlichte Textvarianten und eine neutrale Ruhefolie ergänzt. Je nach Predigt wähle ich daraus die passenden Muster.

Besonders wichtig ist mir die Trennung von Hintergrund und Text: Die Bilder sind als echte Folienhintergründe hinterlegt, während alle Texte separat bearbeitbar bleiben. So verschiebe ich beim Ändern einer Überschrift nicht versehentlich das Hintergrundbild. Wäre die ganze Folie einschließlich Text nur ein Bild, müsste ich für eine Wortkorrektur das Bild bearbeiten oder neu erzeugen lassen. In einem normalen Textfeld lässt sich die Änderung direkt in PowerPoint erledigen – ohne ChatGPT und ohne dessen Kontingent zu beanspruchen.

Textplatzhalter in den Folienlayouts sorgen außerdem dafür, dass Position und Formatierung beim Einfügen neuer Folien bereits feststehen.

Für die Erstellung solcher Dateien gibt es das Plug-in Presentations. Nach der Installation kann ChatGPT es passend zur Aufgabe auswählen. Mit @Presentations kannst du es gezielt ansprechen. Eine ausdrückliche Erwähnung ist nicht bei jeder Anfrage nötig. Die Dokumentation zu den Plug-ins erklärt Installation und Aufruf.

Ein Auftrag für deine eigene Vorlage könnte so aussehen:

Entwickle eine wiederverwendbare PowerPoint-Vorlage im Format 16:9 für zurückhaltende Predigtpräsentationen. Orientiere dich am beigefügten Gemeindeflyer. Verwende gut lesbare Schrift, großzügige Abstände und wenige Farben. Erstelle Musterfolien für Titel, Hauptgedanke, Bibeltext, Zitat und Abschlussfrage sowie eine schlichte Textfolie und eine Ruhefolie. Hinterlege Bilder als echte Hintergründe. Texte sollen als bearbeitbare Platzhalter angelegt sein. Zeige mir zunächst einige Muster zur Prüfung.

Von der ausgearbeiteten Predigt zum Folienplan

Steht die Vorlage, beginnt die Arbeit an jeder neuen Präsentation mit der jeweiligen Predigt. Zuerst erarbeite ich eine exegetische Gliederung, also den Aufbau des Bibeltextes. Darauf aufbauend formuliere ich den Hauptgedanken und das Predigtziel und entwickle eine homiletische Gliederung – den Aufbau der Predigt. Die eigene Auseinandersetzung mit dem Bibeltext bleibt dabei die Grundlage. Wie ich ChatGPT unterstützend einbeziehe, habe ich bereits am Beispiel von Themenpredigten beschrieben.

Für den nächsten Schritt kannst du dein ausgeschriebenes Manuskript oder deine Predigtnotizen zusammen mit der Vorlage hochladen. In ChatGPT Work beziehungsweise Codex lässt sich die PowerPoint-Datei mit Template Creator auch als persönliche Vorlage speichern und später über die Vorlagengalerie von @Presentations wieder auswählen. Die Anleitung zum Erstellen und Verwenden von Vorlagen beschreibt diesen Ablauf.

ChatGPT kann daraus einen Folienplan vorschlagen, den du anschließend prüfst und nachbearbeitest. Ähnlich bin ich bereits bei Gamma vorgegangen. Vorhandene Notizen bildeten den Ausgangspunkt für die Präsentation.

Aus den Überarbeitungen meiner letzten beiden Präsentationen nehme ich mit, diesen Zwischenschritt künftig bewusster abzuschließen: erst Auswahl und Wortlaut der Folien klären, dann gestalten. Ein Auftrag dafür könnte lauten:

Hier sind mein Predigtmanuskript und meine Präsentationsvorlage. Schlage zunächst einen Folienplan für eine Predigt von 30–40 Minuten vor. Orientiere dich an etwa 8–12 Folien, sofern der Inhalt das sinnvoll hergibt. Übernimm meine Hauptgedanken und ergänze keine eigenen inhaltlichen Aussagen. Nenne für jede Folie ihre Aufgabe, den vorgesehenen Wortlaut, das passende Layout und gegebenenfalls eine Bildidee. Unterscheide zwischen dem sichtbaren Inhalt und dem, was nur mündlich erklärt wird. Erstelle zunächst noch keine Bilder oder PowerPoint-Datei.

Prüfe dabei auch, welche Folien entfallen können. Nicht jede Aussage aus dem Manuskript muss sichtbar werden. Anschließend würde ich zunächst eine Hauptpunktfolie und eine Bibeltextfolie prüfen, bevor die gesamte Präsentation entsteht. So lassen sich Textmenge, Kontrast und Bildsprache früh beurteilen.

Wie viele Folien und welche Hintergrundbilder?

Für eine Predigt von 30–40 Minuten würde ich etwa 8–12 Folien als Orientierung nehmen, einschließlich Titel, Bibeltexten und Abschluss. Das ist ein praktischer Richtwert. Bei längeren Bibelabschnitten können zusätzliche Folien sinnvoll sein. Teile den Text lieber an einer passenden Stelle auf, als die Schrift immer kleiner zu machen.

Mit dem am 8. September 2026 veröffentlichten ChatGPT Images 2.5 hat OpenAI nach eigenen Angaben auch die gezielte Bildbearbeitung verbessert.

Bei meinen ersten Versuchen war das noch recht mühsam. Ich erinnere mich daran, wie ich ein Bild von Salomos Arbeitszimmer erstellen ließ. Das Ergebnis gefiel mir eigentlich gut – wären da nicht die Bücherregale (!) im Hintergrund gewesen. Erst nach mehreren Neugenerierungen konnte ich sie verschwinden lassen. Heute gelingen mir solche Änderungen wesentlich schneller und leichter.

Neue Motive sollten sich in dein bestehendes Foliendesign einfügen. Steht der Text links, braucht das Bild dort eine ruhige Fläche. Farben und Bildstil sollten zu den übrigen Folien passen. Lass Hintergrundbilder ohne eingearbeitete Schrift erzeugen. Die Texte werden anschließend separat eingesetzt.

Wie oft das Motiv wechselt, hängt vom Inhalt ab. Mehrere Folien zu einem Gedanken können dasselbe Bild verwenden. Ein neuer Predigtabschnitt kann einen Wechsel begründen. Bei wenigen, länger sichtbaren Folien kann auch jede ein eigenes Motiv erhalten. Für einen längeren Bibeltext bietet sich dagegen möglicherweise eine schlichte Fläche an. Die Motive sollten sich nicht in den Vordergrund drängen.

Ein Beispiel aus 1. Mose 9

Meine Präsentation zu 1. Mose 9,18–29 umfasst zehn Folien. Sie übernimmt das grundlegende Design der Präsentation zu „Gott ehren“, verwendet aber auf jeder Folie ein anderes Hintergrundmotiv.

Die meisten Folien zeigen einen Hauptgedanken oder einen ausgewählten Bibeltext. Eine Karte mit Stammbaum hilft zusätzlich, die Zuordnung Kanaans zu veranschaulichen. Hier unterstützt die Grafik eine Erklärung, die allein mit Worten schwerer nachzuvollziehen wäre.

Die folgende Slideshow gibt einen Eindruck von der Gestaltung. Die Folien begleiten die gesprochene Predigt. Manche Aussagen und Zusammenhänge erschließen sich erst durch die mündliche Erklärung.

Prüfen, nachbearbeiten und das Kontingent im Blick behalten

Prüfe die fertige Datei vollständig: Stimmen Bibeltexte und Stellenangaben? Sind die Überschriften vollständig und die Texte tatsächlich bearbeitbar? Ist alles aus größerer Entfernung lesbar? Ein Test am Beamer im Gemeinderaum ist dafür besonders hilfreich.

Ich nutze ChatGPT Plus. Auch hier gelten Nutzungsgrenzen, die bei vielen Bildgenerierungen und Überarbeitungen schnell erreicht sein können. In der kostenlosen Version sind die Grenzen enger. Deshalb lohnt es sich, Inhalte vor der Bildgestaltung zu klären und kleine Textkorrekturen direkt in PowerPoint vorzunehmen. Aktuelle Angaben findest du bei OpenAI zur kostenlosen Version und zu ChatGPT Plus.

Wenn du diesen Ansatz ausprobieren möchtest, nimm eine bereits ausgearbeitete Predigt und entwickle dafür zunächst wenige Musterfolien. Prüfe Farben, Lesbarkeit und Bearbeitbarkeit. Daraus kann eine Vorlage wachsen, die du bei weiteren Predigten wiederverwendest. Für mich liegt darin der besondere Nutzen: Auch mit wenig grafischer Erfahrung kann ich ansprechende Folien gestalten, die den Inhalt der Predigt in den Mittelpunkt stellen.


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